Informationswissenschaft: Theorie, Methode und Praxis
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Les archives dans la guerre : Les archives comme butin de guerre, ressources stratégiques, enjeux idéologiques et biens culturels à protéger
Die Plünderung oder Zerstörung von Archiven im Krieg ist kein blosser Kollateralschaden. Archive können eine strategische Ressource darstellen, die von den Kriegsparteien genutzt wird, um militärische, politische oder wirtschaftliche Vorteile gegenüber dem Gegner zu erlangen. Sie können auch der (Gegen-)Propaganda dienen, die jeden Krieg im Informationszeitalter begleitet. In der Neuzeit nehmen die Zerstörung und der Raub von Archiven oft ideologische oder identitäre Dimensionen an. Als Antwort auf diese Gefahren internationalisieren sich die Bemühung zum Schutze von Archiven sowie anderer Kulturgüter seit der Haager Konvention (1954). Das Konzept des «Bergungsorts» (Safe Haven) und insbesondere seine Umsetzung in der Schweiz ist ein konkretes Beispiel für die internationale Zusammenarbeit beim Schutz von Archiven.La spoliation ou la destruction d’archives n’est pas qu’un dommage collatéral de la guerre. Les archives peuvent représenter une ressource stratégique, conférant à celui qui s’en empare des avantages d’ordre militaire, politique ou économique sur son adversaire. Elles peuvent également servir dans l’effort de (contre-)propagande qui accompagne toute guerre dans l’ère de l’information. A l’époque contemporaine, les destructions et les spoliations d’archives prennent souvent une dimension idéologique ou identitaire. Face à ces dangers, les efforts entrepris pour protéger les archives, à l’instar d’autres biens culturels, s’internationalisent à partir de la Convention de La Haye (1954). Le concept du « lieu sûr » (Safe Haven), en particulier sa mise en œuvre en Suisse, est un exemple concret de la coopération internationale dans la protection des archives
Introduction partie 3: Problématiques d’aujourd’hui dans le regard des archivistes et des bibliothécaires
Problématiques d’aujourd’hui dans le regard des archivistes et des bibliothécaire
Records in Contexts im Staatsarchiv Thurgau: Ein fiktiver Praxistest am Beispiel von Grundbuchbeständen
Im vorliegenden Artikel geht es um die Frage, ob und wie das Konzeptmodell von Records in Contexts (RiC) bei der Erschliessung von Grundbuchbeständen im Staatsarchiv Thurgau eingesetzt werden könnte. Zunächst kommt ein de facto rückblickendes Szenario zum Zug mit der Verzeichnung einer Archivalie aus dem aktuell zu erschliessenden Bestand. Danach dient eine SIARD-Datei aus dessen Nachfolgebestand als Versuchsobjekt. Das Konzeptmodell erweist sich grundsätzlich als praktikabel und die Verzeichnung der Metadaten als Normdaten verspricht erhebliche Vorteile bei der Daten- beziehungsweise Informationsvernetzung und -Nutzung. Für eine reale Umsetzung von RiC bestünde aber Bedarf nach massgeschneiderten Applikationen. Zudem wäre ersteres Szenario im Vergleich zur aktuellen Erschliessung mit einem enormen Zusatzaufwand verbunden. Im Fall der SIARD-Verzeichnung scheint das Kosten-Nutzen-Verhältnis vertretbar.Dans cet article, il s'agit d’établir si et comment le modèle conceptuel de Records in Contexts (RiC) peut être utilisé pour la mise en valeur des archives du registre foncier aux Archives d'État de Thurgovie. Dans un premier temps, un scénario rétrospectif de facto est mis en œuvre, avec la description d’un document provenant du fonds actuel à cataloguer. Ensuite, un fichier SIARD issu du fonds qui lui a succédé sert d'objet d'essai. Le modèle conceptuel s'avère en principe praticable et l'enregistrement des métadonnées sous forme de données normalisées promet des avantages considérables pour la mise en réseau et l'utilisation des données et des informations. Pour une mise en œuvre réelle de RiC, il faudrait toutefois des applications sur mesure. De plus, le premier scénario serait lié à un énorme travail supplémentaire par rapport à la description actuelle. Dans le cas de la description SIARD, le rapport coûts/bénéfices semble acceptable
Tools zur Übernahme digitaler Dateiablagen: Ein Test von Archifiltre, DROID und TreeSize Professional zur Umsetzung der technischen Analyse von Privatnachlässen anhand des Musterworkflows der KOST‐Arbeitsgruppe «Dateiablage»
Thema des auf einer Zertifikatsarbeit basierenden Artikels ist der Prozessschritt der technischen Analyse bei der Übernahme digitaler Dateiablagen. Im praktischen Teil werden die drei Tools Archifiltre, DROID und TreeSize Professional auf ihre Eignung für die Ausführung der technischen Analyse anhand der digitalen Dateiablage eines Nachlasses aus dem Arbeitsalltag der Verfasserin geprüft. Nebst dem Test der erforderlichen Funktionalitäten wird die Frage geklärt, ob die Tools gebrauchstaugliche Arbeitsinstrumente für Anwender*innen ohne IT-Vorkenntnisse sind. Die Untersuchung ergab, dass Archifiltre und TreeSize Professional nach den definierten Kriterien als geeignete Tools für die technische Analyse als Ganzes gelten können. DROID hingegen ist auf einen der Arbeitsschritte innerhalb der Analyse spezialisiert.Le thème de cet article, basé sur un travail de certificat, est l'étape du processus d’analyse technique lors de la prise en charge de fichiers numériques. Dans la partie pratique, les trois outils Archifiltre, DROID et TreeSize Professional sont testés quant à leur aptitude à effectuer l'analyse technique de fichiers numériques provenant d’un fonds privé pris en charge par l’auteure. Outre le test des fonctionnalités requises, la question est de savoir si ces outils constituent des instruments de travail adaptés aux utilisatrices et utilisateurs ne bénéficiant pas de connaissances informatiques préalables. L'enquête a montré qu'Archifiltre et TreeSize Professional peuvent être considérés comme des outils adaptés à l'analyse technique dans son ensemble, selon les critères définis. DROID, en revanche, est spécialisé dans l'une des étapes de l'analyse
Der Pluralität des Geschehens gerecht werden – aber wie? Eine Weiterentwicklung des Dokumentationsprofils
Die Forderung, dass sich die Vielfalt der Gesellschaft in und durch Überlieferung abbilden soll, findet bei Archivar*innen zunehmend Gehör. Das von der BKK entwickelte Dokumentationsprofil will dabei unterstützen, doch fehlen ihm sowohl eine nachvollziehbare Methode als auch eine theoretische Basis, die Pluralität und Überlieferung(sbildung) in Bezug zueinander setzen. Dieser Artikel will das Profil deshalb weiterentwickeln. Aufbauend auf Ann Laura Stoler werden Überlieferung und Überlieferungsbildung als eigene Formen situierten Wissens betrachtet, das es sowohl «entlang» als auch «entgegen seinen Strich» zu analysieren gilt, um die darin fehlenden Stimmen zu identifizieren. Das Resultat ist ein multiperspektivischer Überlieferungsbildungsansatz, der die unterschiedlich hohen Überlieferungschancen der Aktenbildner*innen bewusst in den Blick nimmt und durch ein proaktives Vorgehen auszugleichen versucht. Um das Vorgehen zu illustrieren, wird auf das «Dokumentationsprofil Politik» des Staatsarchivs Solothurn zurückgegriffen.Die Forderung, dass sich die Vielfalt der Gesellschaft in und durch Überlieferung abbilden soll, findet bei Archivar*innen zunehmend Gehör. Das von der BKK entwickelte Dokumentationsprofil will dabei unterstützen, doch fehlen ihm sowohl eine nachvollziehbare Methode als auch eine theoretische Basis, die Pluralität und Überlieferung(sbildung) in Bezug zueinander setzen. Dieser Artikel will das Profil deshalb weiterentwickeln. Aufbauend auf Ann Laura Stoler werden Überlieferung und Überlieferungsbildung als eigene Formen situierten Wissens betrachtet, das es sowohl «entlang» als auch «entgegen seinen Strich» zu analysieren gilt, um die darin fehlenden Stimmen zu identifizieren. Das Resultat ist ein multiperspektivischer Überlieferungsbildungsansatz, der die unterschiedlich hohen Überlieferungschancen der Aktenbildner*innen bewusst in den Blick nimmt und durch ein proaktives Vorgehen auszugleichen versucht. Um das Vorgehen zu illustrieren, wird auf das «Dokumentationsprofil Politik» des Staatsarchivs Solothurn zurückgegriffen
Pflanzen im Netz: Die Möglichkeiten des Digitalen bei der Erschliessung und Vermittlung von Herbarien und Herbarbelegen
In der letzten Zeit erhält das Thema der Zugänglichkeit und der Erschliessung von Herbarien als «Archive der Biodiversität» eine neue Aktualität. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Landschaft der digital verfügbaren Herbare und Herbarbelege der Schweiz und weiteren, diese Landschaft strukturierenden Elementen. Dabei interessiert die Frage, welche Belege aus welchen Gründen digitalisiert wurden und wie diese interessierten Nutzenden anschliessend vermittelt und zugänglich gemacht werden. Die vorliegende Arbeit zeigt so, dass sich die digital zugänglichen Herbarien stark unterscheiden, wobei die Digitalisierung der Herbarbelege bisher vor allem den Interessen der Botanik folgen. Abschliessend werden die Erkenntnisse und Resultate miteinander verknüpft, indem Lücken in der Landschaft identifiziert und mit den Bedürfnissen der Forschung kontrastiert werden sowie Desiderate für zukünftige Entwicklungen ausgewiesen werden.Ces derniers temps, le thème de l'accessibilité et de la mise en valeur des herbiers, en leur qualité d‘"archives de la biodiversité", a acquis une nouvelle actualité. Cet article dresse un panorama des herbiers et des spécimens d'herbiers disponibles sous forme numérique en Suisse et se penche sur les éléments qui structurent ce paysage. Il s'agit de savoir quels spécimens ont été numérisés et pour quelles raisons, et comment ils sont ensuite communiqués et rendus accessibles aux utilisateurs intéressés. Le présent travail montre ainsi que les herbiers accessibles sous forme numérique sont très différents les uns des autres, la numérisation des spécimens ayant, jusqu'à présent, surtout répondu aux intérêts de la botanique. Enfin, une synthèse des constats et de leurs résultats identifie les lacunes dans le panorama, en les confrontant aux besoins de la recherche et en mettant en lumière les desiderata pour les développements futurs
Einleitung Teil 1: Archivgut und Kulturerbe erhalten im Spannungsfeld von Politik und Gesellschaft, von Digitalisierung und Informationsethik
Archivgut und Kulturerbe erhalten im Spannungsfeld von Politik und Gesellschaft, von Digitalisierung und Informationsethi
Vorwort: Universitäre Weiterbildung und Digitalisierung im Umbruch – zwischen COVID und der immer prominenteren Rolle Künstlicher Intelligenz
Universitäre Weiterbildung und Digitalisierung im Umbruch – zwischen COVID und der immer prominenteren Rolle Künstlicher Intelligen
Grosse Sprachmodelle
Der Artikel gibt einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zur generativen KI und insbesondere grossen Sprachmodellen (Large Language Models, LLMs). Es werden die Architektur, das Training und die emergenten Fähigkeiten von LLMs wie GPT-3 erläutert. Grosse Sprachmodelle basieren auf neuronalen Netzen und werden auf riesigen Textdatenmengen trainiert. Dabei lernen sie, basierend auf dem bisherigen Textverlauf das jeweils nächste Wort vorherzusagen. Obwohl dies eine einfache Aufgabe ist, ermöglicht dies komplexe sprachliche Fähigkeiten. Mit zunehmender Modellgrösse zeigen LLMs dabei unerwartete emergente Fähigkeiten wie Textzusammenfassung, mathematische Operationen oder räumliches Denken.
Allerdings haben LLMs auch Schwächen wie die Tendenz zum Fabulieren bei Wissenslücken und mangelnde Kohärenz. Aktuell gibt es rasante Fortschritte durch neue Modelle wie GPT-3 und ChatGPT. Zukünftige Entwicklungen müssen ethische Aspekte berücksichtigen. Insgesamt eröffnen grosse Sprachmodelle faszinierende Möglichkeiten, aber weitere Forschung ist nötig. Der Artikel liefert eine umfassende Übersicht zu Chancen und Herausforderungen dieses rasanten Technologiefeldes.L'article donne un aperçu complet de l'état actuel de la recherche sur l'IA générative, en particulier sur les grands modèles de langage (Large Language Models, LLMs). Il explique l'architecture, l'apprentissage et les capacités émergentes des LLM comme GPT-3. Les grands modèles linguistiques sont basés sur des réseaux neuronaux et sont entraînés sur d'énormes quantités de données textuelles. Ils apprennent ainsi à prédire le mot suivant en se basant sur le déroulement du texte en amont. Il s'agit d'une tâche simple, mais elle permet d'acquérir des compétences linguistiques complexes. Avec l'augmentation de la taille du modèle, les LLM montrent des capacités émergentes inattendues telles que les résumés de textes, les opérations mathématiques ou le raisonnement spatial.
Toutefois, les LLM présentent aussi des faiblesses, comme la tendance à fabuler en cas de lacunes dans les connaissances et le manque de cohérence. Actuellement, les progrès sont rapides grâce à de nouveaux modèles comme GPT-3 et ChatGPT. Les développements futurs devront tenir compte des aspects éthiques. Dans l'ensemble, les grands modèles linguistiques ouvrent des possibilités fascinantes, mais des recherches supplémentaires sont nécessaires. Cet article fournit un aperçu complet des opportunités et des défis de ce domaine technologique en plein essor
Die Aufteilung der Archive bei Staatensukzession oder Gebietsverschiebung: Anhand der Auflösung der ČSFR, der Gründung des Kantons Jura und des Übertritts des Bezirks Laufen
Was geschieht mit den Archiven eines Staates, wenn dieser Teile seines Gebietes verliert oder der Staat untergeht? Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und dem Untergang der DDR, der Tschechoslowakei, der Sowjetunion und Jugoslawiens rückten die Archivteilungen und -abkommen in den Fokus der Forschung. Die Wiener Konvention über Staatennachfolge in Vermögen, Archive und Schulden vermittelt theoretische Empfehlungen, die jedoch der Praxis in Bezug auf die Teilung der Staatsarchive nur bedingt standhielten. Die Problematik der Teilung der Staatsarchive wird anhand dreier ausgewählter Beispiele, der Auflösung der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik, der Gründung des Kantons Jura und dem Übertritt des Bezirks Laufental vom Kanton Bern zum Kanton Basel-Landschaft untersucht. Hierzu möchte diese Arbeit einen Beitrag leisten, indem sie die Grundsätze und Lösungen für den Abschluss eines Archivabkommens evaluiert.Qu'advient-il des archives d'un État lorsque celui-ci perd des parties de son territoire ou que l'État disparaît ? Après l'effondrement du bloc de l'Est et la disparition de la RDA, de la Tchécoslovaquie, de l'Union soviétique et de la Yougoslavie, l'attention des chercheurs s'est portée sur les répartitions et les accords en matière d'archives. La Convention de Vienne sur la succession d'États dans les domaines des biens, des archives et des dettes fournit des recommandations théoriques, qui n'ont toutefois que partiellement résisté à la pratique en ce qui concerne le partage des archives d'État. La problématique de la répartition des archives d'un État est examinée à l'aide de trois exemples choisis, à savoir la dissolution de la République fédérale tchèque et slovaque, la création du canton du Jura et le transfert du district de Laufon du canton de Berne au canton de Bâle-Campagne. Ce travail souhaite contribuer au débat en évaluant les principes et les solutions pour la conclusion d'un accord sur les archives