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Budapest: restructuring a European metropolis

By Zoltán Kovács and Reinhard Wiessner

Abstract

Der Transformationsprozess der vergangenen 15 Jahre führte in der ungarischen Hauptstadt Budapest zu fundamentalen Veränderungen in der Stadtentwicklung. Budapest wurde in den ersten Jahren nach der Wende zum bedeutendsten Ziel ausländischer Direktinvestitionen im ehemaligen Ostblock. Die frühzeitige Stabilität in den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die zügige Umsetzung von Privatisierungsprogrammen und der Zustrom ausländischen Kapitals ebneten in Ungarn den Weg in die Marktwirtschaft. Die Transformation bewirkten aber auch einen weitreichenden gesellschaftlichen Wandel in Form von zunehmenden sozialen Disparitäten und einer wachsenden sozialräumlichen Segregation und Exklusion. In der Konsequenz dieser Entwicklungen kam es in den räumlichen Strukturen der Stadt Budapest zu erheblichen Veränderungen. Prozesse der Aufwertung und der Abwertung sind gleichermaßen zu erkennen. Zwei Teilräume der Stadt haben in besonderer Weise eine Aufwertung erfahren: der Bereich der City und der suburbane Raum. Bedingt durch den massiven Zufluss ausländischen Kapitals und die dynamischen Ausweitung des tertiären Sektors entwickelte sich die City zum Ort außerordentlicher Aufwertungsprozesse. In der suburbanen Wachstumszone bilden in jüngerer Zeit Wohnungsbauaktivitäten und kommerzielle Aktivitäten gleichermaßen die Grundlage der Dynamik. Die städtischen Teilräume zwischen den beiden Zonen weisen ambivalente Entwicklungen auf. Neben brachliegenden Gewerbeflächen als Relikten der postsozialistischen De-Industrialisierung finden wir aufstrebende Zonen der Restrukturierung und neue Gewerbeparks in ausgewählten innenstadtnahen Lagen, in denen renommierte internationale Unternehmen ihre Standorte finden. In vielen innenstadtnahen Wohnquartieren, die während der sozialistischen Zeit stark vernachlässigt wurden, ist eine weitere Abwertung zu erkennen. In einigen dieser Quartiere wird der bauliche Verfall von extremen Formen der sozialen Erosion begleitet. Nur in einzelnen kleinräumigen Quartieren findet eine Revitalisierung in der Umsetzung kommunal und privatwirtschaftlich gesteuerter Sanierungsprogramme statt. Solche Quartiere erfahren einen raschen Austausch der Bevölkerung, erste Gentrificationprozesse sind hier zu erkennen. Die Großwohnanlagen der 1970er und 1980er Jahre und deren Bevölkerung rechnen ebenfalls zu den Verlierern der Transformation. Bisher wurden keine Anstrengungen unternommen, die baulichen Probleme und die soziale Abwertung abzuwenden. Budapest stellt als Hauptstadt Ungarns und als wichtiger Standort der internationalen Wirtschaft eine sich äußerst rasch modernisierende Metropole dar. Im europäischen und internationalen Städtewettbewerb ist Budapest zu einem wichtigen Mitspieler geworden. Der ökonomische Wandel bringt jedoch nicht nur positive Effekte mit sich, die Schattenseiten der Transformation sind ebenso offensichtlich geworden. Sie stellen die wesentlichen Herausforderungen für die Stadtentwicklungspolitik der kommenden Jahre dar. (Autorenreferat

Topics: Städtebau, Raumplanung, Landschaftsgestaltung, Soziologie, Anthropologie, Landscaping and area planning, Sociology & anthropology, Raumplanung und Regionalforschung, Siedlungssoziologie, Stadtsoziologie, Area Development Planning, Regional Research, Sociology of Settlements and Housing, Urban Sociology, Ungarn, Stadtentwicklung, regionale Entwicklung, Wohnungsmarkt, Privatisierung, Transformation, Ungleichheit, Segregation, soziale Ungleichheit, Hauptstadt, Hungary, urban development, regional development, housing market, privatization, transformation, inequality, segregation, social inequality, capital city
Publisher: DEU
Year: 2004
OAI identifier: oai:gesis.izsoz.de:document/48090
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