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Wissenschaftsbasierte Politikberatung: ein wechselseitiger Lernprozess: Symposium anlässlich des 90. Geburtstages des XXV. Präsidenten der Leopoldina Volker ter Meulen
Der 90. Geburtstag des XXV. Präsidenten der Leopoldina (2003–2010) Volker ter Meulen bildete den Anlass zu einer Würdigung des Jubilars durch ein Symposium zum Thema „Wissenschaftsbasierte Politikberatung: ein wechselseitiger Lernprozess“. In der Präsidentschaft ter Meulens wurde die 1652 als Academia Naturae Curiosorum gegründete Deutsche Akademie der Naturforscher 2008 zur nationalen Akademie der Bundesrepublik Deutschland. Seit seiner Amtszeit ist die Politikberatung ein Schwerpunkt der Akademietätigkeit, dem sich Volker ter Meulen in seinem Wirken immer besonders verpflichtet sah. Hier berichten Weggefährten in Impulsreferaten und in einer Diskussion über sein Engagement, die Projekte und die Erfolge der Politikberatung nicht nur im Rahmen der Nationalakademie, sondern auch in den europäischen bzw. globalen Akademie-Netzwerken European Academies Science Advisory Council (EASAC) und InterAcademy Partnership (IAP). Laudationes auf den Jubilar und eine Schilderung seines Wirkens aus persönlicher Sicht ergänzen den Band
Soziale Medien und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
Die Nutzung sozialer Medien ist für einen Großteil der Kinder und Jugendlichen in Deutschland längst alltäglich. Viele von ihnen zeigen dabei ein riskantes, manche sogar ein suchtartiges Nutzungsverhalten. Zwar kann die Nutzung sozialer Medien durchaus positive Effekte für Heranwachsende haben – bei intensiver Nutzung können jedoch negative Auswirkungen auf das psychische, emotionale und soziale Wohlbefinden auftreten, wie Depressions- und Angstsymptome, Aufmerksamkeits- oder Schlafprobleme. Im Diskussionspapier „Soziale Medien und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ schlagen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler deshalb die Anwendung des Vorsorgeprinzips vor. In dem Papier geben sie Handlungsempfehlungen, um Kinder und Jugendliche vor negativen Folgen sozialer Medien zu schützen, beispielsweise durch altersabhängige Zugangs- und Funktionsbeschränkungen
Klimaschutz und gesundheitliche Resilienz: [Arbeitsübersetzung]
Diese Stellungnahme wurde von den Nationalen Akademien der Wissenschaften der G7-Staaten unter Federführung der Royal Society of Canada zur Beratung des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefinnen und -chefs der G7 Staaten in Kanada im Jahr 2025 erarbeitet. Angesichts der von den Vereinten Nationen als „Triple Planetary Crisis“ bezeichneten dreifachen globalen Krise, die Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und Umweltverschmutzung miteinander verknüpft, besteht dringender Handlungsbedarf. Die Nutzung der erheblichen gesundheitlichen Vorteile des Klimaschutzes bei gleichzeitiger Verstärkung der Anpassungsbemühungen kann die unmittelbaren und langfristigen Gesundheitsrisiken minimieren. Die Gesundheitssysteme stehen bereits heute vor großen Herausforderungen. Der Wandel hin zu nachhaltigeren, kohlenstoffarmen und klimaresistenten Gesundheitssystemen ist notwendig, um die doppelte Herausforderung zu bewältigen, den CO2-Fußabdruck von Gesundheitseinrichtungen, -produkten und -versorgungsketten zu verringern und gleichzeitig ihre Fähigkeit zu verbessern, sich auf die Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten, sich von ihnen zu erholen und sich an sie anzupassen
Bericht über die Podiumsdiskussion
Wenn Wissenschaftsakademien Politik und Gesellschaft zu gesellschaftlichen Herausforderungen beraten, beteiligen sie sich an komplexen Prozessen der öffentlichen Meinungsbildung und demokratischen Entscheidungsfindung. Im Zeitalter der Massenmedien und Sozialen Netzwerke müssen die Akademien solche Qualitätsmerkmale glaubhaft vermitteln, die ihre Analysen und Handlungsempfehlungen gegenüber konkurrierenden Beratungsangeboten auszeichnen. Dabei können sie auf traditionelle Stärken zurückgreifen, sollten diese aber selbstkritisch und experimentell weiterentwickeln. Welche Faktoren hierbei zu beachten sind, diskutierten im Rahmen des Symposiums „Wissenschaftsbasierte Politikberatung: ein wechselseitiger Lernprozess“ vier Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik, die sich über Jahrzehnte für die wissenschaftsbasierte Beratung durch Akademien eingesetzt haben: Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker ML (Präsident a. D. der Deutschen Forschungsgemeinschaft – DFG), Dr. h. c. Annette Schavan (Bundesministerin für Bildung und Forschung a. D.), Prof. Dr. Wim van Saarloos (Präsident des European Academies Science Advisory Council – EASAC) und Prof. Dr. Joachim von Braun ML (Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften). Das Gespräch moderierte Prof. Dr. Wilhelm Krull (ehemaliger Generalsekretär der VolkswagenStiftung)
Navigating the Energy Transition in Korea and Germany: KAST-Leopoldina Perspectives
As Korea and Germany navigate the transition from fossil fuels to sustainable energy sources, the need for innovative scientific solutions has never been more urgent. Despite distinct challenges, both countries share the goal of achieving carbon neutrality and advancing green energy technologies. The paper “Navigating the Energy Transition in Korea and Germany” covers the fields of solar technologies, hydrogen, batteries, grid management, and future energy sources. It highlights scientific challenges, identifies priorities for bilateral research, and offers recommendations for policymakers in Korea and Germany. This joint paper builds on the proceedings of the 8th bilateral symposium by Korean Academy of Science and Technology (KAST) and German National Academy of Sciences Leopoldina, held in Seoul in January 2025. A series of virtual expert workshops in 2024 preceded the symposium.Korea und Deutschland gestalten die Energiewende von fossilen Brennstoffen zu nachhaltigen Energiequellen. Dabei ist der Bedarf an innovativen wissenschaftlichen Lösungen dringlicher denn je. Trotz unterschiedlicher Herausforderungen teilen beide Länder das Ziel, Kohlenstoffneutralität zu erreichen und grüne Energietechnologien voranzutreiben. Das Ergebnispapier „Perspektiven der Energiewende in Korea und Deutschland“ behandelt die Bereiche Solartechnologien, Wasserstoff, Batterien, Netzmanagement und zukünftige Energiequellen. Es zeigt wissenschaftliche Herausforderungen auf, identifiziert Prioritäten für die bilaterale Forschung und bietet Empfehlungen für politische Entscheidungsträger in Korea und Deutschland. Dieses gemeinsame Papier basiert auf den Ergebnissen des 8. bilateralen KAST-Leopoldina-Symposiums und einer Reihe von virtuellen Expertenworkshops im Jahr 2024
„[W]eit roher als man sie jetzt zu bereiten weiß“: Die ‚komparatistische Methode‘ in der Vergegenwärtigung steinzeitlicher Vorwelt im 19. Jahrhundert
Anhand der Beforschung der Funde von Pfahldorfresten am Zürichsee Mitte des 19. Jahrhunderts durch den Antiquar Ferdinand Keller und ihrer Rezeption lässt sich nachvollziehen, wie die Konstruktion von Vorstellungen der prähistorischen Vorwelt sich einer komparatistischen Methode verdankt: Wissen über die menschliche Tiefenzeit wird vor allem mit Hilfe der ethnologischen Analogie produziert. Sie ermöglicht es, die Reste der Vergangenheit zu interpretieren und steinzeitliches Leben zu vergegenwärtigen, indem man prähistorische und gegenwärtige ‚fremde‘ materielle Kultur nach einem Prinzip des analogischen Denkens vergleicht. Diese tradierte Analogiebildung produziert, wie hier historisch und epistemologisch untersucht wird, in mehrfachem Sinn Vergegenwärtigungen: Erstens kleidet sie die Vorwelt in jene gegenwärtige Lebenswelten ein, die ihr den einzigen möglichen Vergleich bieten. Zweitens vereinnahmt sie die Vergangenheit für jeweils aktuelle Bedürfnisse, beispielsweise eine Rückprojektion schweizerischer nationaler Identität in der Pfahlbauer-Vorgeschichte. Zudem jedoch ist die komparatistische Methode, drittens, ihrerseits Teil einer kolonialistische Praktiken unterfütternden Chronopolitik, die nicht-europäische Gesellschaften als lebende Beispiele evolutionär ‚primitiver‘ Zeiten versteht und in einer ewig steinzeitlichen Gegenwart verortet.As the antiquary Ferdinand Keller’s research on the finds of pile-dwelling remains at Lake Zurich in the midnineteenth century shows, the construction of conceptions of the prehistoric is based firmly on a comparative method: knowledge about the deep human past is produced primarily with the help of ethnological analogy. By comparing prehistoric and contemporary material culture, both understood to be equally ‘strange’ to the European beholder, the analogy facilitates the interpretation of remains of the past and it enables visualizations of Stone Age life. The following will look into the rich tradition and epistemological workings of this analogizing and show how it produces ‘representations’ in more than one sense: First, it clothes the distant past in the texture of the contemporary life worlds that are used for the comparative method. Secondly, the analogy is used to claim the prehistoric for current agendas, e.g., by projecting a sense of a national Swiss identity back into the lake-dweller-past. Furthermore, the comparative method is, thirdly, itself part of a chronopolitics, which, deeply involved with colonial practices, understands non-European societies as living representatives of evolutionary ‘primitive’ epochs and codifies them as living in a continuing ‘Stone Age present’
Advanced Technologies and Data Security: G7 Science Academies' Statement 2025
This statement was prepared by the National Academies of Sciences of the G7 states under the leadership of the Royal Society of Canada to provide scientific advice to the G7 Summit of Heads of State and Governments in Canada in 2025. The last two decades have seen a remarkable increase in the number, scope, utility and purposes of both systems for data collection and data processing and archiving technologies, including AI systems, that use data to make inferences or perform actions. According to the International Scientific Report on the Safety of Advanced AI, the potential of AI to benefit humankind is counterbalanced by potentially serious risks. Therefore, a multi-level, holistic and human-centric and smart approach to governance and regulation is needed to avoid stifling the benefits of these technologies, while confronting the problems.Diese Stellungnahme wurde von den Nationalen Akademien der Wissenschaften der G7-Staaten unter Federführung der Royal Society of Canada zur Beratung des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefinnen und -chefs der G7 Staaten in Kanada im Jahr 2025 erarbeitet. In den letzten zwei Jahrzehnten haben Anzahl, Umfang, Nutzen und Einsatz von Datenerfassungssystemen, Datenverarbeitungs- und Datenarchivierungstechnologien, einschließlich Systeme mit Künstlicher Intelligenz (KI), die Daten nutzen, um Schlussfolgerungen zu ziehen oder Handlungen auszuführen, erheblich zugenommen. Laut dem International Scientific Report on the Safety of Advanced AI stehen dem Potenzial der KI zum Nutzen der Menschheit potenziell schwerwiegende Risiken gegenüber. Daher ist ein mehrstufiger, ganzheitlicher, auf den Menschen ausgerichteter und intelligenter Governance- und Regulierungsansatz erforderlich, um die Vorteile dieser Technologien nicht zu schmälern und gleichzeitig die Probleme anzugehen