Internationaler Vergleich der Governance inklusiver Bildung in Südtirol (Italien) und Baden-Württemberg (Deutschland) – Analyse des Umgangs mit Differenz im Kontext der inklusiven Transformation von Bildungssystemen

Abstract

Verschiedene internationale Dokumente formulieren einen Rechtsanspruch auf das gemeinsame Lernen aller Kinder und etablieren „inklusive Bildung als globale Norm“ (Powell 2018, 3). Damit ist ein grundlegender Transformationsauftrag an historisch gewachsene Bildungssysteme verbunden (Koenig 2022). Vor diesem Hintergrund wird untersucht, wie Inklusion als teilhabe- und gerechtigkeitsorientierter Umgang mit Differenz in unterschiedlichen Bildungssystemen hervorgebracht und gesteuert wird. Die Analyse basiert auf einer Triangulation aus Educational Governance (Hinz, Kruschel 2012), Ansätzen des Neoinstitutionalismus (Walgenbach, Meyer 2007) sowie der Situationsanalyse als Weiterentwicklung der Grounded Theory (Clarke et al. 2022). In der Triangulation dieser Perspektiven liegt das Potential, neben dem Handeln von Akteuren auch institutionelle Logiken, diskursive Ordnungen sowie nichtmenschliche Elemente zu erfassen, was im empirischen Forschungsdesign der Dissertation eingelöst wird. Ziel der Forschungsarbeit ist es, eine umfassende Darstellung der Situation inklusiver Bildung in der jeweiligen Untersuchungsregion abzubilden, die organisations- und systemtheoretische sowie situationsanalytische Perspektiven auf die Steuerung inklusiver Bildung in sich vereint. Neben dem internationalen Vergleich der aktuellen Verfasstheit der Bildungssysteme Südtirol und Baden-Württemberg wurde hierfür eine historisch-rekonstruktive Analyse der Entwicklungslinien inklusiver Bildung in den Regionen erarbeitet. Die Ergebnisse verdeutlichen ein „systemkonformes“ Verständnis von Inklusion (Badstieber 2021) in Baden-Württemberg, das Freiwilligkeit als handlungsleitende Maxime manifestiert und aufgrund von segmentierten Zuständigkeiten sowie dem Ausnahmecharakter nicht segregierender Bildungssituationen teilweise diskriminierende Konsequenzen hervorbringt. Während den Entwicklungen in Südtirol vielmehr ein „transformatorisches“ Verständnis von Inklusion (Badstieber 2021) zugrunde zu liegen scheint, das durch kritische Perspektive auf bestehende Strukturen, Kulturen und Praktiken charakterisiert wird und als andauernder systemübergreifender Prozess angelegt ist. Literatur Badstieber, B. (2021): Inklusion als Transformation?! Eine empirische Analyse der Rekontextualisierungsstrategien von Schulleitenden im Kontext schulischer Inklusion. Bad Heilbrunn. Clarke, A. E., Washburn, R. & Friese, C. (2022): Introducing Situational Analysis. In: Clarke, A. E., Washburn, R., & Friese, C. (Hrsg.): Situational Analysis in Practice. New York, 5–36. Hinz, A. & Kruschel, R. (2012): Educational Governance als ‘Diagnose-Instrument’ für die Analyse eines Projekts zur Etablierung inklusiver Entwicklungen, In: Zeitschrift für Inklusion, H. 3. https://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/55, 15.12.2025. Koenig, O. (2022): Inklusion und Transformation in Organisationen: Grundlegungsversuche eines Transformativen Inklusionsmanagement. In: Koenig, O. (Hrsg.): Inklusion und Transformation in Organisationen. Bad Heilbrunn, 19–37. Powell, J. J. W. (2018): Chancen und Barrieren Inklusiver Bildung im Vergleich: Lernen von Anderen, In: Eine für alle - Die inklusive Schule für die Demokratie, H. 3. Frankfurt am Main, 2–23. Walgenbach, P. & Meyer, R. (2007): Neoinstitutionalistische Organisationstheorie. Stuttgart

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Hochschulschriftenserver der PH Ludwigsburg

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Last time updated on 17/05/2026

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