Fachlicher Dokumentenserver Paedagogik/Erziehungswissenschaften
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"Wie geht es dir?". Eine standortvergleichende Adressierungsanalyse zur Hervorbringung und Subjektivierung Studierender in Unterrichtsnachbesprechungen
Ausgehend davon, dass es sich bei der ersten Selbstpositionierung von Studierenden, die zuvor unterrichtet haben, in Unterrichtsnachbesprechungen im ersten Studienjahr um eine zentrale Praktik des Lehrperson-Werdens handelt, wird in diesem Beitrag gefragt: Wie werden Studierende zur ersten Selbstpositionierung in Unterrichtsnachbesprechungen gebracht? Worüber werden sie zum Sprechen gebracht? Welches Selbstverhältnis wird Studierenden in der Aufforderung zu einer ersten Selbstpositionierung nahegelegt und wie greifen sie dies auf bzw. verhandeln dies? Im Anschluss an ein praktiken- und subjektivationstheoretisches Verständnis von Professionalisierung werden zwei Anfänge von audiographierten Unterrichtsnachbesprechungen aus dem ersten Studienjahr adressierungsanalytisch interpretiert. Die Rekonstruktionen der ersten Selbstpositionierungen zeigen diese als Teil eines Ablaufmusters, in der die Studierenden verpflichtet werden, sich hinsichtlich ihres eigenen Befindens zu äußern und lernen, sich dabei als Novizin zu verstehen. (DIPF/Orig.)Based on the assumption that the first self-positioning of students who have previously taught in class debriefings in the first year of study is a central practice of becoming a teacher, this article asks: How are students brought to their first self-positioning in class debriefings? What are they made to talk about? Which self-relationship is suggested to students in the request for an initial selfpositioning and how do they take up or negotiate this? Following an understanding of professionalisation based on practice and subjectification theory, two beginnings of audiographed lesson debriefings from the first year of study are interpreted in terms of analysis of address. The reconstructions of the first self-positionings show them as part of a pattern in which the students are obliged to express their own feelings and learn to understand themselves as novices. (DIPF/Orig.
Dialogisches Mentoring als Kernelement inklusiver Bildung – eine Form der Resilienzförderung?
Demokratische Schulen unterstützen junge Menschen in ihren Entscheidungen durch Dialogisches Mentoring. Es trägt mittels des dialogischen Prinzips zu intensiverer Reflexion der je eigenen Situation wie eigener Wünsche innerhalb des entsprechenden sozialen Raums bei. Damit unterscheidet sich dieses Verständnis von aktuell boomenden Mentoring-Ansätzen, die in vorhandenen Hegemonien verbleiben und von dort aus Menschen mit zugeschriebenen Benachteiligungen stärken wollen. Mit dem dialogischen Verständnis stellen sich diverse Spannungsmomente zu Elementen des Bildungssystems ein, etwa zu erreichenden Standards, Stufen oder Förderprogrammen – und auch zu Resilienzförderung. Gleichwohl erscheint es als wesentliches Element einer demokratischen Kultur, auch in der Bildung. (DIPF/Orig.
Stärkung von Demokratie und Inklusion durch Partizipation von Kindern – partizipative Aktionsforschung in Island
Der Beitrag fokussiert auf die Entwicklung einer zunehmend aktiven Partizipation von Kindern an der Schulentwicklung der Brekkubæjarskóli, einer von zwei Gesamtschulen im isländischen Ort Akranes. Ziel ist es, Inklusion und Demokratie in dieser Schule durch Partizipation der Kinder zu stärken. Der Text zeigt die Einschätzungen und Wünsche der Kinder und die Übereinstimmung mit denen der Erwachsenen. Zudem reflektiert er Gelingensbedingungen in der Schule und ihrem Umfeld, und auch die Widersprüche, wenn Demokratie und Inklusion in einer Institution gestärkt werden, die durch ein deutliches Machtgefälle gekennzeichnet ist. Er schließt ab mit der potenziellen Perspektive der Soziokratie, die ermöglichen könnte, von Projekten mit jeweils unterschiedlichen Teilgruppen zu schulweit verbindlichen Strukturen der Partizipation zu kommen. (DIPF/Orig.
Assistive Technologien und Unterstützte Kommunikation – Ergebnisse zum Steuerungswissen für lernende Systeme
Assistive Technologien (AT) ermöglichen Teilhabeoptionen von Menschen mit Beeinträchtigungen. Der vorliegende Beitrag stellt die Ergebnisse einer Erhebung vor, in der in Nordrhein-Westfalen die Nutzung von AT an Schulen mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung sowie Geistige Entwicklung untersucht wurde, wobei der Fokus besonders auf Hilfsmitteln aus dem Bereich der Unterstützten Kommunikation (UK) gerichtet ist. Es wurden Aussagen zu institutionellen Gegebenheiten durch Schulleitungen erfasst und Aussagen von Lehrpersonen über 4 027 Schüler*innen. Die Ergebnisse werden hier sowohl im Hinblick auf die Resilienz auf individueller Ebene als auch auf organisationaler Ebene betrachtet und reflektiert. Es zeigt sich, dass eine resilienzbezogene Perspektive vielversprechende Impulse für die Nutzung von AT und UK bereithält. (DIPF/Orig.
Vom Nebeneinander zum Miteinander. Partizipation im Projekt stark³
In der Schweiz wurden in den Jahren 2021 bis 2024 im Rahmen des Projekts stark3 ein Argumentarium, Qualitätsaspekte und Leitfragen entwickelt, die einer Hochschule helfen können, Veranstaltungen und Hochschulprogramme für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung zu öffnen. Der vorliegende Beitrag fokussiert auf die Herausforderungen, die der partizipative und gleichberechtigt gestaltete Prozess in der Entwicklung des Argumentariums mit sich brachte. Ausschnitte aus dem Prozess des ersten Projektjahres wurden im Beitrag exemplarisch mithilfe von Aspekten zweier Theorien – der Akteur-Netzwerk-Theorie und der Denkstiltheorie – reflektiert. Im Fazit wird konstatiert, dass die zwei Theorien helfen können, partizipative Projekte reflektiert von einem Nebeneinander zu einem Miteinander zu bringen. (DIPF/Orig.
Research ethics and artificial intelligence (AI). From practical application to evolving scientific practices in educational science
Die Autor*innen legen den Fokus auf die „sich ändernden Wissenschaftspraktiken im Kontext von Erziehungswissenschaft“. Sie kommen zu dem Schluss, dass KI schon jetzt „tief“ in die wissenschaftliche Praxis eingebettet ist. Erst in der Abstraktion von bestehenden und damit den offensichtlichen Umgangsweisen mit KI würden sich deren „tiefgreifende methodologische, epistemologische und datenschutzrechtliche Veränderungen“ in den Blick nehmen lassen. (DIPF/Orig.)This article focuses on how educational science engages with the adoption and application of AI. By analyzing the use of specific tools, the authors reflect on scientific practice, ultimately concluding that AI is now consistently consulted within educational research processes, which calls for a broader commitment to research ethics. (DIPF/Orig.
"Antonio, Lukas und Frau Bachmann". Erforschung professioneller Praxis im Kontext der Fachdidaktik Mathematik
Lernen als Erfahrung zu begreifen, eröffnet bildungstheoretisch und didaktisch neue Zugänge zum Verständnis schulischer Lehr-Lernprozesse. In Anlehnung an Meyer-Drawe (vgl. 2008, 2010) wird Erfahrung als ein bildender Prozess gefasst, der durch Widerständigkeit, Ent-täuschung und das Aufbrechen gewohnter Denkmuster geprägt ist. Solche Erfahrungen sind nicht planbar, sondern zeigen ein Eigenleben, das sich lehrseitiger Steuerung weitgehend entzieht. Die vorliegende Studie widmet sich der Frage, wie Lernerfahrung in einer Übungsphase im Primarstufenmathematikunterricht phänomenologisch-fachdidaktisch erschlossen und beschrieben werden kann. Im Zentrum steht dabei die Vignettenforschung als qualitativer Zugang zur Erfassung und Reflexion von Lernprozessen. Vignetten sind verdichtete Erzählungen konkreter Unterrichtsszenen, die es ermöglichen, das Denken, Fühlen und die Leiblichkeit von Schüler:innen in ihren Lernbewegungen nachzuvollziehen, ohne sie zu objektivieren. Die Vignette fungiert in dieser Arbeit somit nicht als Instrument der Vermessung oder Typisierung, sondern als Medium reflexiver Annäherung an das vielschichtige Phänomen des Lernens. Damit wird ein relationaler Erfahrungsraum zwischen Lehrenden, Lernenden und dem Gegenstand eröffnet, in dem sich die phänomenologische / fachdidaktisch-mathematische Reflexion und pädagogische Praxis verschränken. Ziel des Beitrags ist es, die lehrseitige Reflexion einer lernseitigen Erfahrungsdimension von Übung phänomenologisch zu öffnen und einen Möglichkeitsraum für eine fachdidaktisch-mathematische Perspektive zu entwerfen, die sich dem Prozesscharakter des Lernens im Primarstufenmathematikunterricht nicht verschließt, sondern ihn als zentrale Herausforderung ernst nimmt. (Autor*innen
Hochschullehre gemeinsam voranbringen. Das Konzept der Faculty Learning Communities
Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in das Konzept der Faculty Learning Communities (FLCs) und ihr Potenzial zur Weiterentwicklung der Hochschullehre. Es basiert auf einem Projekt an der Europa-Universität Viadrina, das von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert wurde. Die Autorinnen stellen das FLC-Konzept als effektiven Ansatz vor, um kollegialen Austausch und nachhaltige Veränderungsprozesse an Hochschulen zu fördern. Durch das Zusammenbringen von Lehrenden mit ähnlichen Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Digitalisierung der Lehre, werden soziale Beziehungen und gemeinsames Lernen in den Mittelpunkt gestellt. Das Buch verbindet theoretische Grundlagen mit Ergebnissen der qualitativen Begleitforschung und bietet praktische Anregungen zur Umsetzung von FLCs im deutschsprachigen Raum. (DIPF/Orig.
Sexuelle Bildung in der Grundschule und der universitären Lehrer*innenausbildung. Perspektiven aus Forschung, Praxis und Lehre
Sexuelle Bildung ist ein hochrelevantes Thema für den Grundschulbereich. Junge Schüler*innen partizipieren zunehmend an gesellschaftlichen Diskursen (Umgang mit Vielfalt, Rassismus, Kinderrechte) und bringen damit verbunden vielfältige Fragen und Themen im Bereich der Sexuellen Bildung in den Unterricht. Der Sammelband gewährt mit aktuellen Forschungsarbeiten und Perspektiven aus der Praxis einen Einblick in die Chancen und Herausforderungen Sexueller Bildung. Die Beiträge richten sich maßgeblich an Wissenschaftler*innen aus der universitären Lehrer*innenausbildung und (angehende) Lehrende. (DIPF/Orig.
Das Korrektiv der Resilienz. Zur Würdigung von Vulnerabilität
Ein einseitiger Fokus auf Resilienz vernachlässigt ihre Kehrseite: Vulnerabilität. Dass und wie beide Topoi ihre Bedeutsamkeit und Wirkmacht als soziale und politische Bedingungsfaktoren des menschlichen Lebens entwickeln, verdeutlicht aufgezeigt am Beispiel von Behinderung und damit einhergehender Diskriminierungserfahrungen als Form sozialer Vulnerabilität die Bedeutung von Vulnerabilität als notwendiges Korrektiv der Resilienz. Eine gerechtigkeitstheoretische Fokussierung auf eine neue Responsibilisierung des Subjekts reflektiert Resilienz im Rahmen kapitalistischer Verwertbarkeitsanforderungen, relativiert ihre Verheißung vor dem Hintergrund einer Kritik an menschengemachter Ausbeutung und Ausgrenzung und plädiert für die Anerkennung und Berücksichtigung von einerseits ontologischer und andererseits politischer Vulnerabilität. (DIPF/Orig.