Dezentrale Energieversorgung durch Solar Mini-Grids in abgelegenen Regionen in Subsahara-Afrika – Einflussfaktoren für eine langfristige Wirksamkeit

Abstract

Ein verlässlicher Zugang zu Elektrizität gilt als zentrale Voraussetzung für soziale und wirtschaftliche Entwicklung. In Subsahara-Afrika ist diese Voraussetzung jedoch nur eingeschränkt erfüllt, da der Elektrizitätszugang, insbesondere in abgelegenen Regionen, weiterhin stark begrenzt ist. In diesen Gebieten ist der Ausbau zentraler Netzinfrastrukturen häufig technisch anspruchsvoll sowie wirtschaftlich und logistisch kaum realisierbar. Solar Mini-Grids gelten als vielversprechende dezentrale Lösung, weisen jedoch in der Praxis häufig Defizite hinsichtlich ihrer langfristigen Funktionsfähigkeit auf. Ziel dieser Arbeit ist es, die wesentlichen Projekteigenschaften und Rahmenbedingungen, welche die langfristige Wirksamkeit von Solar Mini-Grids in abgelegenen Regionen Subsahara-Afrikas bestimmen, zu identifizieren und nach ihrer Relevanz zu bewerten. Die Untersuchung verfolgt einen Mixed-Methods-Ansatz mit Schwerpunkt auf der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Sie kombiniert demnach eine qualitative Analyse von Projektberichten und leitfadengestützten Experteninterviews mit quantitativen Elementen für eine fundierte Bewertung der Projekteigenschaften und Rahmenbedingungen. Die Analyse erfolgt dimensionsübergreifend und umfasst technische, wirtschaftliche, soziale, regulatorisch-politische und organisatorische Einflussfaktoren. Zur Bewertung ihrer Relevanz wird ein mehrstufiger Ansatz angewandt, der Wirkungszusammenhänge, Nennungshäufigkeiten sowie eine Priorisierung durch die Experten kombiniert. Die Ergebnisse zeigen, dass die langfristige Wirksamkeit von Solar Mini-Grids weniger von einzelnen Faktoren als vielmehr vom Zusammenspiel aller Dimensionen abhängt. Dabei erweist sich insbesondere die wirtschaftliche Tragfähigkeit als zentraler Erfolgsfaktor. Ein belastbares Geschäftsmodell, das Skaleneffekte nutzt und eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung der erzeugten Energie ermöglicht, schafft die finanzielle Grundlage für eine bedarfsgerechte Dimensionierung, den Einsatz hochwertiger Technik sowie die kontinuierliche Wartung der Anlagen. Gleichzeitig wird deutlich, dass wirtschaftliche Stabilität eng mit der aktiven Einbindung der Nutzer verknüpft ist und durch soziale, organisatorische und betriebliche Strukturen unterstützt werden muss, um die langfristige Funktionsfähigkeit der Systeme sicherzustellen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden praxisorientierte Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger, Investoren, Projektentwickler und Betreiber sowie für lokale Akteure abgeleitet, um die Nachhaltigkeit zukünftiger Solar Mini-Grid Projekte gezielt zu verbessern. Die Arbeit liefert damit praxisrelevante Erkenntnisse für die Planung, Umsetzung und nachhaltige Wirkung von Solar Mini-Grids in abgelegenen Regionen Subsahara-Afrikas und trägt zur Stärkung der ländlichen Energieversorgung bei

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Last time updated on 26/04/2026

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