Hypersexualität und Impulsivität gelten als Risikofaktoren für Sexualstraftaten gegen Kinder. Studien, die diese Faktoren bei nicht strafrechtlich in Erscheinung getretenen Männern untersuchen, die (unentdeckt) Straftaten begangen haben oder bei denen das Risiko besteht, dass sie Straftaten begehen, sind selten. Die vorliegende Studie zielt darauf ab, Hypersexualität und Impulsivität bei Männern – mit und ohne Diagnose einer (exklusiven) Pädophilie – zu untersuchen, die sich in Behandlung begeben haben und die sexuellen Missbrauch an Kindern (CSA) begangen haben, Bilder von sexuellem Missbrauch an Kindern (CSAI) konsumiert haben oder sich sexuell gefährdet fühlen. Die Daten stammen aus drei Projekten zur Prävention von Kindesmissbrauch in Bamberg. Verwendet wurden Selbstauskünfte (BIS-11, HBI), objektive Messungen (TSO) und Risikobewertungsinstrumente (STABLE-2007). Es wurden ordinal-logistische und binomisch-allgemeine lineare Modelle nach Bayes berechnet, um Unterschiede zwischen den Gruppen zu untersuchen und lebenslangen CSA und CSAI vorherzusagen. Die Hypersexualitätswerte waren besonders ausgeprägt bei Patienten mit exklusiver und nicht-exklusiver Pädophilie. Patienten ohne Pädophilie erzielten ähnliche Werte wie nicht-klinische Probanden. Die Impulsivitätswerte unterschieden sich nicht konsistent zwischen den Gruppen. Eine Vorhersage lebenslanger CSA und CSAI anhand von Impulsivitäts- und Hypersexualitätswerten war nicht möglich. Bei Männern mit Pädophilie scheint eher sexuelle als allgemeine Impulsivität ein Problem zu sein. Die Motivation zur Tatbegehung bei Patienten ohne Pädophilie wird diskutiert
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