Der Einfluss von Geschwindigkeitsbeschränkungen auf die Unfallwahrscheinlichkeit auf Autobahnen : Kausalanalyse mit Regression-Discontinuity-Design im Kontext immissionsabhängiger Tempolimits
Die Verkehrsgeschwindigkeit und das damit verbundene Tempolimit sind zentrale Aspekte in der Diskussion um die Verkehrssicherheit und wurden bereits in zahlreichen Studien untersucht. Ein wissenschaftlicher Konsens über den kausalen Zusammenhang zwischen Geschwindigkeitsbegrenzungen und Verkehrssicherheit auf Fernstraßen existiert jedoch bislang nicht. Daher besteht das Ziel dieser Arbeit darin, den Effekt von Geschwindigkeitsbeschränkungen auf die Unfallwahrscheinlichkeit auf Autobahnen zu untersuchen. Die empirische Analyse erfolgt anhand eines Regression-Discontinuity-Designs im Kontext eines Autobahnabschnitts in Österreich im Zeitraum von 2013 bis 2022. Im Rahmen dieser quasi-experimentellen Studie fungiert die 100 km/h Geschwindigkeitsbeschränkung des sogenannten Lufthunderters, die auf NO2-Immissionswerten basiert, als Instrument zur Identifikation kausaler Zusammenhänge. Dabei ergibt die Analyse, dass die Reduktion der Geschwindigkeitsbeschränkung um 30 km/h keinen statistisch signifikanten Effekt auf die Wahrscheinlichkeit von Unfällen mit Personenschaden hat. Weitere Untersuchungen zeigen jedoch einen leichten Anstieg der durchschnittlich gemessenen Fahrzeuggeschwindigkeit bei niedrigerem Tempolimit, was die Aussagekraft dieses Ergebnisses limitiert. Auf Basis dieser Resultate können keine klaren Schlussfolgerungen hinsichtlich einer positiven Sicherheitswirkung von Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der Autobahn gezogen werden. Dennoch trägt diese Studie durch die methodisch fundierte Identifikationsstrategie zur Literatur der Verkehrssicherheitsforschung bei und adressiert neben bestehenden Forschungslücken auch praktische Implikationen für verkehrspolitische Entscheidungen.Traffic speed and the associated speed limits are central topics in the discussion of road safety and have been extensively studied in the literature. However, there is no scientific consensus on the causal relationship between speed limits and road safety on highways. Therefore, the aim of this study is to investigate the effect of speed limits on the probability of traffic accidents on highways. The empirical analysis employs a regression discontinuity design, focusing on a highway section in Austria during the period from 2013 to 2022. This quasi-experimental study compares the 100 km/h speed limit of the so-called „Lufthunderter” policy based on NO2 immission levels, to the regular speed limit of 130 km/h to identify causal effects. The analysis finds no statistically significant effect of the reduced speed limit on the probability of accidents involving personal injury. However, further investigations reveal a slight increase in the average measured vehicle speed under the lower speed limit, which limits the interpretability of this result. Based on these findings, no clear evidence of a positive safety impact of highway speed limits can be identified. Nevertheless, this study contributes to the road safety literature through its methodologically rigorous identification strategy and, next to addressing research gaps, also provides practical implications for existing traffic policy.Elian TenschertEin Abstract in englischer SpracheMasterarbeit Universität Innsbruck 202
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