Hintergrund:
In der wissenschaftlichen Forschung und in empirischen Studien sind Frauen als Probandinnen unterrepräsentiert. Das führt dazu, dass Themen, die spezifisch Frauen betreffen und potentiell Einfluss auf Aspekte wie sportliche Leistungsfähigkeit haben könnten, oftmals in den Hintergrund treten oder nur selten untersucht werden. Diese Arbeit soll die bestehende Studienlage zum Thema Sport und Menstruationszyklus erweitern. Im Fokus steht die Untersuchung der Auswirkungen zyklusbedingter, monatlich auftretender Hormonschwankungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit menstruierender Personen. Zielsetzung
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es festzustellen, ob der Menstruationszyklus einen Einfluss auf die Ausdauerleistungsfähigkeit hat. Darüber hinaus soll erörtert werden, inwiefern der Menstruationszyklus und mögliche damit verbundene Beschwerden, wie Krämpfe oder Niedergeschlagenheit, Unterschiede im subjektiven Leistungsempfinden hervorrufen. Hierbei wird etwa der subjektiven Leistungsfähigkeit sowie der individuell empfundenen Beanspruchungsempfindung der Athletinnen nachgegangen.
Methodik:
Dafür wurden allen elf Athletinnen des österreichischen Orientierungslauf-Nationalteam eine Teilnahem an der Studie angeboten. Als Probandinnen konnten dann sechs Athletinnen herangezogen werden. Diese beantworteten über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten zweimal täglich einen Online-Fragebogen. Außerdem absolvierten die Athletinnen in zwei Menstruationszyklen jeweils zu zwei Zeitpunkten im Zyklus (frühe Follikelphase und mittlere Lutealphase) einen Ausdauerleistungstest, bei welchem eine Distanz von 2400 m so schnell als möglich gelaufen werden muss. Die erhobenen Daten des Online-Monitorings, sowie die Laufzeiten, wurden mittels Excel (Version 16.86), MATLAB R2016b (The MathWorks Inc., 2024) und Jamovi (Version 2.0.0.0) aufbereitet, bearbeitet und abgebildet. Das Signifikanzniveau wurde dabei auf p ≤ 0,05 (*) festgesetzt, p-Werte, die kleiner als 0,01 (**) sind, werden als hochsignifikant betrachtet. Das Item der allgemeinen Beanspruchung wurde mittels gepaartem t-Test analysiert.
Ergebnisse:
Die durchgeführten Testungen ergaben, dass es keinen signifikanten Unterschied in der Ausdauerleistungsfähigkeit zwischen Follikel- und Lutealphase gibt. Ebenso wurde kein signifikanter Einfluss des Menstruationszyklus auf die subjektive Einschätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit herausgefunden.
Diskussion:
Einen limitierenden Faktor stellt die geringe Probandinnenanzahl dar. Die subjektiven verbalen Aussagen der Athletinnen hinsichtlich ihrer wahrgenommenen Leistungsfähigkeit während dem Menstruationszyklus deckten sich größtenteils mit dem derzeitigen theoretischen Wissensstand. Demnach erwarten Sportlerinnen eine verbesserte sportliche Leistungsfähigkeit in der ersten Zyklushälfte, da eventuell auftretende menstruationsbedingte Schmerzen in der zweiten Hälfte die Erwartungen an die eigene Leistungsfähigkeit limitieren.
Fazit:
Obwohl keine signifikanten Ergebnisse in den Ausdauerleistungstest in Hinblick auf die unterschiedlichen Messzeitpunkte gewonnen werden konnten, zeigt sich, dass der Menstruationszyklus von den Athletinnen sehr individuell wahrgenommen wird. Um potentiell signifikante Ergebnisse zu erzielen, ist eine erheblich größere Anzahl an Probandinnen erforderlich. Diese sollte sowohl standardisierte physische Leistungstestungen absolvieren als auch die subjektive Wahrnehmung des Zyklus kommunizieren. Angesichts der vielfältigen und diversen Ergebnisse der bestehenden Studienlage, die häufig auf methodische Unterschiede zurückzuführen sind, ist eine weiterführende, nachfolgende und aufbauende Forschung zum Thema Sport und Menstruationszyklus notwendig.Alina SeidlAbstract in englischer SpracheMasterarbeit Universität Innsbruck 2025Masterarbeit Kirchliche Pädagogische Hochschule Edith Stein 2025Masterarbeit Pädagogische Hochschule Vorarlberg 2025Masterarbeit Universität Mozarteum Salzburg 202
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