Amount and calculation of the maintenance claim according to sec. 68a EheG with special consideration of the OGH's ruling 6 Ob 108/08p

Abstract

Grds beendet die Rechtskraft eines Scheidungsausspruchs einen bestehenden Unterhaltsanspruch gem § 94 ABGB. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass einem Ehepartner über die Scheidung hinweg ein Anspruch auf Unterhalt zusteht. Dies ist ein Merkmal der Fortwirkung der ehelichen Beistandspflicht. Neben dem Unterhalt bei Scheidung aus Verschulden, der in den §§ 66ff EheG normiert ist, beinhaltet § 68a EheG eine Form des Unterhalts, die unabhängig von dem Verschulden zusteht. Die Gewährung eines Unterhaltsanspruchs gem § 68a EheG ist demnach von bestimmten Bedarfs- und Bedürfnissituationen abhängig, die ihren Ursprung in der einvernehmlichen Gestaltung des ehelichen Lebens finden. § 68a EheG wurde im Jahr 1999 durch das EheRÄG eingeführt und normiert somit eine vollkommen neue Art des Unterhaltsanspruchs. Die vorliegende Diplomarbeit soll einen ersten Einblick und in weiterer Folge ein tiefergehendes Verständnis des § 68a EheG geben. Die Norm regelt grds zwei besonders berücksichtigungswürdige Fallkonstellationen: § 68a Abs 1 EheG normiert den ,Kindererziehungsfall‘ auch ,Betreuungsunterhalt‘ genannt, bei dem im Wesentlichen Unterhalt aufgrund der Betreuung gemeinsamer Kinder zugesprochen wird. § 68a Abs 2 EheG regelt den sog ,Aufopferungsfall‘, der einen Anspruch auf Unterhalt aufgrund von Absenz im Arbeitsleben normiert. Beiden Fallgruppen liegt zugrunde, dass der unterhaltsberechtigte vormalige Ehepartner aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage ist, die für seinen Unterhalt erforderlichen Mittel selbst zu beschaffen. Diese Gründe haben ihren Ursprung in der Ehe. § 68a EheG unterscheidet sich somit insofern von bereits bestehenden Normen, als dass ein vormaliger Ehepartner dem anderen Ehegatten Unterhalt nach dem Lebensbedarf der unterhaltsberechtigten Partei leisten muss. Dieser Anspruch auf Unterhalt besteht losgelöst von einem etwaigen Verschulden. Mit dem durch das EheRÄG 1999 eingeführten § 68a EheG wollte der Gesetzgeber einen Unterhaltsanspruch schaffen, der auf der nachehelichen Beistands- und Solidaritätsverpflichtung beruht. § 68a EheG soll nicht den Zweck verfolgen, dass etwaige unterhaltsberechtigte Personen von den Lebensverhältnissen der unterhaltspflichtigen Partei profitieren. Deshalb richtet sich die Höhe des verschuldensunabhängigen Unterhalts gem § 68a EheG nicht nach den Lebensverhältnissen der vormaligen Ehepartner, sondern nach dem Lebensbedarf der unterhaltsberechtigten Person. § 68a EheG hat die dt Bestimmung des § 1578 BGB zum Vorbild. Die dt Regelung konnte jedoch nicht exakt in das österr Recht übernommen werden, da diese zu umfangreich ist. § 1578 BGB umfasst nämlich den gesamten Lebensbedarf, einschließlich der Krankenversicherung, Ausbildungskosten, etwaigem Sonderbedarf und Vorsorgeunterhalt. Weiters orientiert sich der Unterhaltsanspruch nach den Lebensverhältnissen des ehelichen Lebens. § 68a EheG verfolgt den Zweck, dem Gesetzgeber die Möglichkeit zu geben, flexible Regelungen zu treffen, um für verschiedene Sachverhaltskonstellationen eine möglichst gerechte Lösung zu finden.In principle, the legal force of a divorce decree terminates an existing maintenance claim pursuant to § 94 ABGB (Austrian Civil Code). However, it is possible that one spouse is entitled to maintenance beyond the divorce. This is a characteristic of the continued effect of the marital duty of assistance. In addition to maintenance in the event of divorce due to fault, which is standardised in §§ 66 ff EheG, § 68a EheG contains a form of maintenance that is due regardless of fault. The granting of a maintenance claim pursuant to § 68a EheG is therefore dependent on certain situations of need and need that have their origin in the consensual arrangement of marital life. § 68a EheG was introduced in 1999 and standardises a completely new type of maintenance claim. The present diploma thesis is intended to provide a first insight and subsequently a deeper understanding of § 68a EheG. The provision basically regulates two case constellations that are particularly worthy of consideration: § 68a (1) EheG standardises the 'child-raising case', also known as 'child-rearing maintenance', in which maintenance is essentially awarded on the basis of the care of joint children. § 68a (2) EheG regulates the 'sacrifice case', which standardises a claim to maintenance due to absence from working life. Both groups of cases are based on the fact that the former spouse entitled to maintenance is not in a position to obtain the funds necessary for his or her maintenance for various reasons. These reasons have their origin in marriage. § 68a EhG thus differs from already existing provisions in that a former spouse must pay maintenance to the other spouse according to the living needs of the party entitled to maintenance. This claim for maintenance exists independently of any fault. With § 68a EheG, which was introduced by the EheRÄG 1999, the legislature intended to create a maintenance claim based on the post-marital obligation to provide assistance and solidarity. § 68a EheG is not intended to ensure that any persons entitled to maintenance benefit from the living conditions of the party liable for maintenance. Therefore, the amount of no-fault maintenance pursuant to § 68a EheG is not based on the living conditions of the former spouses, but on the living needs of the person entitled to maintenance. § 68a EheG is modelled on the provision of § 1578 BGB (German Civil Code). However, the German regulation could not be exactly adopted into Austrian law because it is too extensive. § 1578 BGB covers the entire necessities of life, including health insurance, education costs, any special needs and pension maintenance. Furthermore, the maintenance claim is based on the living conditions of married life. The purpose of § 68a EheG is to give the legislature the opportunity to make flexible provisions in order to find the fairest possible solution for different factual constellations.vorgelegt von Anna HuberDiplomarbeit Universität Graz 202

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Last time updated on 13/07/2025

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