In hochspezialisierten Diskursen der Didaktik moderner Fremdsprachen trifft man oft genug auf Präfixe wie inter-, multi-, pluri- und trans-, welche für einen argumentativen Forschungskontext stehen, in dem Multimodalität und Plurilinguismus einen zentralen Stellenwert einnehmen. Die vorliegende Zusammenstellung von didaktischen Materialien, erarbeitet durch Italianistik-Studentinnen und Studenten der Universitäten Graz, der Fremdsprachenuniversität Siena und der Küstenland Universität Capodistria/ Koper, entwickelte sich aus einem europäischen Erasmus+BIP-Projekt heraus, das den Titel Investigating Language Education. Multimodalità e plurilinguismo nella didattica dell’italiana come lingua straniera trug. Es zielte darauf ab, nützliche Arbeitsbehelfe für plurilinguale und plurikulturelle Klassen österreichischer, slowenischer und italienischer Schulen bereitzustellen. Alle für Lehrende, Studierende und Lernende vorgesehenen didaktischen Aktivitäten für Italienisch als Fremdsprache sind gemäß dem verschiedenen Kompetenzniveaus des GERS strukturiert und sehen die Kombination von wenigstens zwei unterschiedlichen Kommunikationsmitteln vor. Die Materialien von Un mare pieno di storie, tra immagini, lingue e culture können daher zur Verbesserung oder Vertiefung von linguistisch-kommunikativen, multimodalen und interkulturellen Kompetenzen gut verwendet werden. In einer Epoche wie unserer aktuellen Gegenwart, einer Epoche der Migration, der Globalisierung und Digitalisierung (aber auch gefährlicher Re-Nationalisierung) hat der Europarat 2018 mit dem Begleitband vom GERS ein klares Zeichen gesetzt. Er hat neue Stufen und Deskriptoren bereitgestellt, welche nicht nur auf eine Festigung der rein sprachlichen Kompetenzen abzielt, sondern auch jene transversalen im Blick hat, darunter vorwiegend solche, welche die Interaktion innerhalb einer Gruppe betreffen und insbesondere die inter- und transkulturelle Interaktion zwischen Personen unterschiedlicher sprachlicher und kultureller Zugehörigkeiten, um auf diese Weise neue Bedeutungsräume zu erschließen. (Conseil of Europe 2020, S. 26 u. S. 102f.) Es handelt sich gerade um dieses Anliegen, das wir mit dem Erasmus+Blended Intensive Programme im Sommersemester 2024 an der Universität Graz unter der Koordination der Verfasserin dieses Textes gemeinsam mit den Kolleginnen Nives Zudič Antonič und Anja Zorman von der Università del Litorale di Capodistria sowie Antonella Benucci von der Università per Stranieri di Siena in Online- und Präsenztreffen umzusetzen unternommen haben. Schon während der ersten Arbeitstreffen, haben Studentinnen und Studenten der drei mitwirkenden Universitäten Daten über den Plurilinguismus in Österreich, Slowenien und Italien gesammelt, vorgestellt und Methoden zur Diskussion gestellt, um die Lernenden und Studierenden zu motivieren, alle in Klassen oder Lernergruppen präsenten Sprachen und Kulturen zu valorisieren, um damit aufzuzeigen, dass (mehr)sprachliche Diversität als wichtiger Mehrwert (und niemals als Mangel bzw. Hürde) angesehen/wahrgenommen werden soll. Während der fünf Präsenztage an der Universität Graz war die Aufmerksamkeit der Lehrenden stets auch auf Aspekte der interpersonellen Beziehungen unter den Studierenden der drei teilnehmenden Universitäten gerichtet, um alle Teilnehmende als soziale Akteure, als Handlungsbefähigte im ablaufenden Lehr- und Lernprozess zu begreifen und sie in diese Richtung zu bestärken (Vol. Compl, 2020, S. 26). Die Studentinnen und Studenten haben daraufhin sehr rasch in gemischten Gruppen zu arbeiten und sich auszutauschen begonnen; sie haben schließlich jene multimodalen und plurilingualen Materialien entwickelt, die in diesem Band aufzufinden sind. Die hier skizzierten Erfahrungen und umgesetzten Aktivitäten werden im Sommersemester 2025 ihre Fortsetzung an der Università del Litorale finden.Europäische Kommission Erasmus+ Blended Intensive ProgrammeVersion of recor
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