"Narrative" in German Mysticism : Eckhart and Zen Buddhism from a social theoretical perspective

Abstract

Der Zweck dieser Arbeit besteht darin, die einzigartige sprachliche Kommunikation in der deutschen Mystik und im Zen-Buddhismus aus der Perspektive von Luhmanns Systemtheorie zu untersuchen. Die deutsche Mystik war eine religiöse Philosophie, die sich im 13. und 14. Jahrhundert im Rheintal verbreitete und deren Vertreter Eckhart war. Sie strebten eine direkte Verbindung zwischen Gott und Mensch (unio mystica) an. Als Methode spielten dabei Schweigen einerseits und Reden andererseits eine voneinander abhängige Rolle. Durch seine Predigten versuchte Eckhart, gottgenerierende oder sich selbst erzeugende Worte wiederherzustellen. Dies bedeutet eine Wiederholung der „Schöpfungʠ Gottes durch Worte. Andererseits verwendet der Zen-Buddhismus auch die Sprache (das Reden) als zentrale Methode. Asketische Mönche meditieren schweigend beim Zazen und streben nach „Erleuchtungʠ. Sie kommunizieren aber auch verbal anhand der „Ko-ansʠ, die ihnen ihre Lehrer geben. In diesem Fall ging es um die Verleugnung und Überwindung der verbalen Kommunikation. Die Soziologen Niklas Luhmann und Peter Fuchs bieten in ihrer Studie „ Reden und Schweigenʠ eine eigene Interpretation dieser beiden religiösen Bestrebungen aus systemtheoretischer Sicht. Luhmann und Fuchs zeigen, dass sowohl die deutsche Mystik als auch der Zen-Buddhismus der Struktur selbstverleugnender, selbstreferenzieller Paradoxien folgen, die versuchen, das Wort Gottes in der Sprache der Systeme zu erläutern. Andererseits handelt es sich hierbei um eine re-entrystruktur (Wiedereintrittsstruktur) in der Systemtheorie und kann als negative Theologie in der Systemtheorie betrachtet werden. Die re-entry-struktur drückt die asymmetrische Beziehung zwischen dem System (dem Wort der Schöpfung) und der Umwelt (dem Wort Gottes) sowie das Verhältnis gegenseitiger Abhängigkeit aus. Auch die Beziehung „Reden und Schweigenʠ hat eine ähnliche Struktur. Dies deutet nicht nur auf die Grenzen der deutschen Mystik und des Zen-Buddhismus hin, sondern lässt sich auch als das Potenzial beider interpretieren, sich zu erneuern, zu verändern und zu regenerieren. Zumindest kann man es als ein solches Zeichen erkennen

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Hokkaido University Collection of Scholarly and Academic Papers

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Last time updated on 11/06/2025

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