Die wechselvolle Verbindung zwischen dem Deutschen Reich und dem faschistischen Italien – von Verbündeten zu Kriegsgegnern – ist im Hinblick auf den Kulturgütertransfer von besonderem Erkenntnisinteresse. Denn Italien nimmt sowohl beim kulturpolitischen Austausch generell als auch speziell bei der Frage nach Kooperation und Kollaboration bei der Überwachung oder Umgehung der Bedingungen für Akquise und Ausfuhr von Kulturgütern eine Sonderrolle ein. In meinem Beitrag, der auf einem Dissertationsprojekt beruht, werden mittels drei exemplarisch ausgewählter Fallbeispiele die Objektwege und die Akteur:innen, die auf jene maßgeblich einwirken, kontextualisiert. Ihre Routen führten physisch oder sinnbildlich über deutsche diplomatische Auslandsvertretungen in Italien. Das Ausmaß der Sichtbarkeit der Transfers reichte von der öffentlichen Verlagerung, aufgrund politischer Interessen, bis hin zur illegalen Ausfuhr durch die Nutzung des diplomatischen Gepäcks. Anhand dieser ausgewählten Zusammenschau werden individuelle Handlungsräume sowie übergeordnete Interessen der Akteur:innen ersichtlich sowie die Transportwege bedingenden Strukturen in Italien erkennbar.Peer Reviewe
Is data on this page outdated, violates copyrights or anything else? Report the problem now and we will take corresponding actions after reviewing your request.