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Einfluss der intraoperativen Eröffnung der viszeralen Neomembran auf die Rezidivrate bei der operativen Behandlung von chronischen Subduralhämatomen

By Salem Alnaouq

Abstract

Das cSDH als häufiges neurochirurgisches Krankheitsbild wird vielfach und weltweit intensiv untersucht. Insbesondere die Therapieoption und die Strategie zur Rezidivminimierung spielen dabei eine übergeordnete Rolle. Die konservative Behandlung ist aufgrund der meist progredienten klinischen Einbußen nur begrenzt einsetzbar. Meistens erfolgt die Behandlung der cSDH operativ. Die beste evidenzbasierte Therapie ist die Bohrlochtrepanation, Ausspülung des Hämatoms und die Einlage einer subduralen Drainage. In dieser Studie wurden in 6 Jahren 405 Patienten mit einem erstdiagnostizierten cSDH operativ behandelt. 9 Patienten verstarben im stationären Aufenthalt. Ziel der Studie war zu klären, ob die intraoperative Eröffnung der vNM des cSDH über eine Bohrlochtrepanation und die Einlage einer subduralen Drainage im geschlossenen System die Rate an relevanten Rest/Rezidivhämatomen und die Reoperationsrate senkt. Als Nebenziel wurde untersucht, ob die präoperative Einnahme von Thrombozytenaggregationshemmern und Antikoagulantien Einfluss auf das erzielten Ergebnisse hat. Als Mittel zur postoperativen Verlaufsbeurteilung dienten cCT-Aufnahmen drei bis sieben Tage postoperativ und drei bis sechs Wochen postoperativ. In der Studie wurde ein postoperatives subdurales Resthämatom des cSDH mit einer maximalen axialen Breite von mindestens 10 mm als relevantes Rest/Rezidivhämatom bezeichnet. Bei der Auswertung der Daten wurde eine durchschnittliche Rate an relevanten Rest/Rezidivhämatomen von 43,43 % gemessen. Die Patienten der Gruppe A (vNM intraoperativ eröffnet) wiesen eine Rate an relevanten Rest/Rezidivhämatomen des cSDH von 24,40%. Bei den Patienten der Gruppe B (vNM nicht eröffnet) lag diese bei 57,45 %. Die Reoperationsrate bei Patienten mit relevanten Rest/Rezidivhämatomen wurde ausgewertet. In Gruppe A betrug die Reoperationsrate 10,71% (N=18). Bei der Gruppe B lag sie bei 30.26 % (N=69). Insgesamt erhielten 45,95 % der Patienten (N=182) präoperativ eine Thrombozytenaggregationshemmung oder Antikoagulation. 40,62 % der ASS-behandelten Patienten und 46,51 % der Phenprocoumon-behandelten Patienten entwickelten relevante Rest/Rezidivhämatome. Innerhalb Gruppe A lag die Rate an relevanten Rest/Rezidivhämatomen bei den präoperativ mit ASS-behandelten Patienten bei 26,08 %. Bei der Gruppe B lag die Rate an relevanten Rest/Rezidivhämatomen bei 54 %. Die Rate an relevanten Rest/Rezidivhämatomen nach Phenprocoumon-Therapie lag bei 46,51 % (Gruppe A: 20,58 % versus Gruppe B: 63,46 %). Schlussendlich konnte die Einnahme von ASS und Phenprocoumon den großen Ergebnisvorteil der Gruppe A gegenüber Gruppe B nicht relevant beeinflussen. Es konnten in allen Auswertungen s.s. Unterschiede zwischen beiden Gruppen zugunsten der Gruppe A erhoben werden. Dies bezieht sich sowohl auf die Rate an relevanten Rest/Rezidivhämatomen als auch auf die Reoperationsrate bei relevanten Rest/Rezidivhämatomen. Es konnte nachgewiesen werden, dass die intraoperative Eröffnung der vNM über eine Bohrlochtrepanation und die Einlage einer subduralen Drainage die Häufigkeit der relevanten Rest/Rezidivhämatome und Reoperation der cSDH signifikant senken

Topics: Subdurales Hämatom, 610, chronisches Subduralhämatom, innere Neomembran, membrane, chronic subdural hematoma
Publisher: Universität Tübingen
Year: 2020
DOI identifier: 10.15496/publikation-48069
OAI identifier: oai:publikationen.uni-tuebingen.de:10900/106691

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