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Das Phänomen "Krise" im erziehungswissenschaftlichen Diskurs in exemplarischer Auseinandersetzung mit Hannah Arendt und Otto F. Bollnow

By Isabella Gilniat

Abstract

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Thematik 'Die Krise' und ihrem Bezug zur Pädagogik. Insbesondere befasst sie sich mit der Frage, in welchem Kontext bezüglich Erziehungswissenschaften das Phänomen 'Krise' vorkommt. Da es sehr schwierig ist, eine Definition zu geben, was 'die Krise' sei, kann lediglich dargestellt werden, in welcher Form und mit welchem Inhalt dieses Thema in der Pädagogik beschrieben wird. Mittels einer hermeneutisch systematischen Analyse wird versucht, diese Frage zu beantworten. Otto Friedrich Bollnow und Hannah Arendt spielen bei dieser Abhandlung insofern eine zentrale Rolle, als dass sie zum einen die Krise in Bezug auf Erziehung thematisieren und zum anderen ihre Ansichten auch heute noch von Bedeutung sind.\ud Die gegensätzlichen Auffassungen des Begriffs 'Krise' von Otto Friedrich Bollnow und Hannah Arendt bilden den Hauptteil dieser Abhandlung. Bollnow sieht die Krise als eine Notwendigkeit des menschlichen Lebens, da man sich nur in der Überwindung einer solchen entwickeln kann. Die Krise erscheint in Folge als eine unstetige Form der Erziehung, welche von Bollnow zum Zweck der Überwindung der Unvereinbarkeit von Existenzphilosophie und Pädagogik gebildet wurde. Arendts Verständnis gründet dagegen in der Erziehung an sich. Sie bezieht sich dabei zwar auf eine spezielle Krise der Erziehung in Amerika, wobei diese aber prinzipiell überall möglich sei. Arendt führt die Krise auf drei Grundüberzeugungen zurück: die Selbstverwaltung des Kindes, eine fehlende Fachkenntnis der Lehrpersonen und den Umstand, dass Lernen durch Praxis ersetzt wird.\ud Letztendlich ist die Krise aus dem Leben - damals, sowie heute - nicht wegzudenken, da jeder Mensch von einer solchen betroffen sein kann.\ud Für pädagogisches Denken und Handeln bedeutet das Folgendes: Sofern das Vorhandensein einer Krise realisiert wurde, ist es wichtig, die Ursachen zu erkennen und durch eine Veränderung derselben einen Ausweg aus der Krise zu bewirken. Dabei ist es allerdings erforderlich, nicht unüberlegt zu handeln, sondern die Entscheidungen gründlich abzuwägen.This thesis is about the concept of crisis and its reference to pedagogy. In particular, it deals with the question, in which context the phenomenon of crisis is of relevance to educational science. Since a comprehensive definition of crisis is very difficult, the emphasis is put on the form and content in which the notion of crisis is reflected in educational theory. This is done by means of a systematic hermeneutical analysis with special regard to the work of Otto Friedrich Bollnow and Hannah Arendt, who both refer to the element of crisis in connection with education and whose findings are still significant.\ud A discussion of the differing perceptions of crisis by Bollnow and Arendt forms the main part of this paper. Bollnow considers the crisis as a necessity of human life, since only in overcoming critical situations one can progress in one´s development. The crisis as a discontinuous form in education is used by Bollnow to bridge the gap between existential philosophy and pedagogy. Arendt´s approach is based in education itself – referring in particular to the crisis of education in America she simultaneously makes a general statement about the possibility of such a crisis anywhere. According to Arendt the crisis originates in three basic beliefs: the self-management of children, the missing expert knowledge and the replacement of learning by practical exercise.\ud In the last analysis the crisis must be seen as an intricate part of human life, which leads to the following conclusion concerning pedagogical theory and practice: once a crisis has been identified, its reasons have to be recognized and changed so that a way out of it becomes possible. To arrive at a balanced solution, however, careful consideration is required and overhasty decisions must be avoided

Topics: 80.02 Philosophie und Theorie der Pädagogik, 80.36 Erziehung und Gesellschaft, Hannah Arendt / Otto Bollnow / Erziehung / Krise, Hannah Arendt / Otto Bollnow / education / crisis
Year: 2012
OAI identifier: oai:othes.univie.ac.at:22468
Provided by: OTHES

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