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Die Frauen und die kriminelle "passage à l'acte" aus der Sicht der zeitgenössischen feministischen Literatur

By Anne Juranville

Abstract

Die offene und freie Tonart dieses Symposiums, das sich zwar auf den klinischen Fall der Papin-Schwestern konzentriert, aber auch der Fiktion Raum läßt, brachte mich dazu, einen literarischen Fall vorzustellen. Es ist der schwülstige Roman Baise-Moi (Fick mich) von Virginie Despentes , dessen filmische Umsetzung durch die Autorin selbst in Frankreich viel Tinte hatte fließen lassen. Ich werde mich hier an die 1999 publizierte Romanfassung halten. Gleich auf den ersten Blick zeigt sich in diesem Text eine Anzahl formaler Analogien zum Fall der berühmten Schwestern. \ud Hier handelt es sich um ein junges Paar, zwei Frauen von ungefähr dem gleichem Alter, die unzertrennlich sind, wie durch Massenwirkung miteinander verbunden, mit leicht homosexueller Färbung. (.Das ist es, was einem einfällt, wenn man sie sieht. Sie berühren sich nie, betrachten sich aber immerzu, suchen sich mit den Augen. Ihre Körper nähern sich oft (.) Sie stecken die Köpfe zusammen (.) Eine fast greifbare Gemeinsamkeit. Sie sind wie ein Tier mit zwei Köpfen. frz. Ausgabe, S.189). Und wenn sie auch keine Schwestern sind, so doch so gut wie: .Es ist sicher, dass sie nicht miteinander schlafen. Denn dies drückt für sie am besten aus, dass sie Schwestern sind. (ebd. S.190)

Topics: 2001, Kulturtheorie
Publisher: Passagen-Verlag
Year: 2001
OAI identifier: oai:sammelpunkt.philo.at:1792
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