One laptop per child
Abstract
Diese Diplomarbeit setzt sich mit dem Entwicklungsprojekt One Laptop Per Child (OLPC) auseinander, das 2005 vom US-amerikanischen Computerwissenschafter und MIT-Professor Nicholas Negroponte gegründet wurde. OLPC macht den Namen zum Programm: Kinder in den Ländern des Südens erhalten einen robusten, kostengünstigen und vernetzten Laptop, der von ExpertInnen aus Industrie und Wissenschaft speziell zu diesem Zweck entwickelt wurde. Der unter dem Namen 100-Dollar-Laptop (auch: XO-Laptop) bekannt gewordene Computer soll benachteiligten und marginalisierten Kindern neue Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe in einer zunehmend vernetzten Welt sowie selbstbestimmte Formen des Lernens, Experimentierens und Forschens eröffnen. OLPC ist ein Projekt globalen Maßstabs: Länder des Südens sollen ungeachtet ihrer ökonomischen, politischen und kulturellen Diversität vom Nutzen der neuen Technologien für die Verbesserung der Unterrichtsqualität überzeugt werden. Ausgehend vom Paradigma der globalen Informations- und Wissensgesellschaft wird den Informations- und Kommunikationstechnologien (ICTs) große Bedeutung für die Veränderung ökonomischer, politischer und sozialer Realitäten zugeschrieben. Seit November 2007 befindet sich der 100-Dollar-Laptop in der Massenproduktion. Seither wurden über 500.000 Laptops an 31 Länder ausgeliefert. Ein zentrales Anliegen vorliegender Arbeit ist die diskursanalytische Verortung von OLPC im Entwicklungsdiskurs sowie die Einbettung des Projekts in einen breiteren Kontext. Als zentrales Motiv der Arbeit kann die Kritik des Projekts unter den Vorzeichen seines positiven Technikdeterminismus bezeichnet werden. OLPC liegt eine modernisierungstheoretische Konzeption von Entwicklung zugrunde. Die Konzeption von Technologie als Motor zur Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse führt zu einer Entpolitisierung gesellschaftspolitischer Phänomene. OLPC entwirft eine technische Lösung für soziale Probleme und verliert strukturelle Macht- und Herrschaftsverhältnisse aus dem Blick.This diploma thesis deals with One Laptop Per Child (OLPC), a US non-profit organization founded by US-American computer scientist and MIT-professor Nicholas Negroponte in 2005. OLPC provides children in developing countries with a rugged, low-cost, connected laptop (the XO) developed collaboratively by experts from academia and industry. Popularized as the 100-Laptop started. Since then more than 500,000 laptops have been delivered to 31 countries. This paper approaches OLPC from a discourse analytical perspective. First the project is situated within the discourse of development. OLPC is based on dominant narratives of modernization depicting the XO as a springboard into a brighter future for the world’s poorest children. A central theme of this thesis is therefore the analysis and critique of the technological determinism shaping theory and practice of the OLPC project. It is argued that proposing technical solutions for political and social problems leads to depolitization and disregards the tremendous differences in the living conditions of the Others- Hochschulschrift
- NonPeerReviewed
- 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines
- Entwicklungszusammenarbeit / Informations- und Wissensgesellschaft / Entwicklungsdiskurs / Kritische Diskursanalyse / Modernisierung / Technikdeterminismus / Informations- und Kommunikationstechnologien / ICTs / Digital Divide / Bildung
- development aid / information and knowledge society / development discourse / critical discourse analysis / modernization / technological determinism / information and communication technologies / ICTs / digital divide / education