Die Effizienz der Humboldtschen Universität – Eine empirische Analyse über Verbundeffekte und organisationale Unterschiedlichkeit im deutschen Hochschulwesen

Abstract

Das Humboldtsche Organisationsideal betont die Bedeutung der Vielseitigkeit für den Erfolg von Hochschulen. Nach diesem Ideal sollte eine Hochschule thematisch alle Disziplinen der Wissenschaft unter einem organisationalen Dach vereinen und funktional sowohl in der Lehre als auch in der Forschung aktiv sein. Die ökonomische Perspektive hinterfragt diesen organisationalen Alleskönner. Sie stellt ihm die produktivitätssteigernde Bedeutung der Spezialisierung entgegen, nach der sich eine Hochschule vor allem auf einzelne Spitzenbereiche fokussieren sollte. Diese Dissertation beschäftigt sich mit der vermeintlichen Kollision der beiden Prinzipien. Zunächst betrachtet die Arbeit sowohl die innere als auch die äußere Unterschiedlichkeit von deutschen Hochschulen aus einer deskriptiven Perspektive. Zur Untersuchung der äußeren Unterschiedlichkeit wird in dieser Arbeit eine umfassende Klassifizierung der Hochschullandschaft erstellt, mithilfe derer verschiedene latente Hochschultypen im deutschen Hochschulsystem identifiziert werden können. Die innere Unterschiedlichkeit wird hingegen mit einer indexbasierten Analyse untersucht, die die Entwicklung der programmatischen Diversität verschiedener Hochschultypen nachzeichnet. Zuletzt untersucht diese Dissertation im Rahmen eines ökonometrischen Input-Output Modells (Stochastic Frontier Analysis), ob die innere Diversität von Hochschulen einen Einfluss auf die finanzwissenschaftliche Effizienz von Hochschulorganisationen nimmt. Die geschätzte Produktionsfunktion weist darauf hin, dass Synergien zwischen bestimmten Fach- und Funktionskombinationen herrschen. Damit kommt diese Arbeit zu dem Schluss, dass breit aufgestellte Universitäten in Deutschland tendenziell effizienter arbeiten

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