research

Mehr Transparenz auf dem deutschen Bio-Markt – Verbesserung der jährlichen Marktschätzung unter besonderer Berücksichtigung des Lebensmitteleinzelhandels und der „sonstigen Einkaufsstätten“

Abstract

Im Projekt „Mehr Transparenz auf dem deutschen Bio-Markt“ konnte durch eine umfangreiche Adressrecherche erstmals die Zahl der „sonstigen Einkaufsstätten“ mit einem Angebot an Bio-Lebensmitteln und Bio-Getränken ermittelt werden: Das Ergebnis: 2018 gab es in Deutschland 806 Bio-Bäcker, 366 Bio-Metzgereien, 2.507 Bio-Hofläden, 488 Bio-Wochenmarktbeschicker und 845 Bio-Versandhändler. Häufig war es schwierig, die Geschäfte eindeutig einem dieser Geschäftstypen zuzuordnen, da viele Betriebe mehrere Standbeine haben. So gibt es nicht nur zahlreiche Überschneidungen zwischen Hofläden, Wochenmarktbeschickern und Versandhändlern, die auch Abokisten vertreiben, sondern auch viele Handwerksbetriebe, die ihr Hauptgeschäft auf Wochenmärkten machen. Besonders schwierig zu ermitteln waren Betriebe mit gleichzeitigem Bio- und konventionellem An-gebot – nicht nur bei den Bäckern und Metzgern, sondern auch bei den Wochenmarktbeschickern. In drei Umfragen konnten die durchschnittlichen Umsätze (an Endverbraucher) dieser Geschäfte ermittelt werden. Danach lagen die hochgerechneten Jahresumsätze bei den Bäckereien für 2018 bei 480 Mio. EUR, bei den Metzgereien bei 167 Mio. EUR, bei den Hofläden bei 186 Mio. EUR, bei den Versandhändlern bei 388 Mio. EUR und bei den Wochen-märkten bei 132 Mio. EUR. Für die Reformhäuser konnte mit der Bestimmung der Bio-Artikel ein Umsatzkorridor von 194 bis 350 Mio. EUR ermittelt werden, mit einem Durchschnitt von 226 Mio. EUR. Daraus ergab die Hochrechnung der durchschnittlichen Umsätze aller Geschäfte einen Jahresumsatz mit Bio-Lebensmitteln von 1,51 Mrd. EUR für 2017 und 1,58 Mrd. EUR für 2018. Das waren 2017 rund 300 Mio. EUR mehr als der Arbeitskreis Bio-markt bislang in seiner Umsatzschätzung für diese Geschäfte angenommen hatte. Der Ver-gleich mit den Paneldaten der GfK zeigte, dass die im Haushaltspanel ermittelten Umsätze der „sonstigen Einkaufsstätten“ weniger unterschätzt worden waren als vorher angenommen. Durch die Hochrechnung der Umsätze konnte ein Coverage-Faktor von 1,2 für alle „sonstigen Einkaufsstätten“ ermittelt werden. Mit dieser Nivellierung des Umsatzniveaus wurden auch die Daten des Arbeitskreises Biomarkt der vergangenen Jahren nach oben korrigiert. Mit dem hier ermittelten Niveau lassen sich die Umsätze für die nächsten Jahre mit Hilfe der Wachstumsrate fortschreiben. Auch mit den Umsatzdaten des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) – zumindest der Key Accounts, die bereit waren, Daten zu liefern – konnte eine gute Übereinstimmung mit den Paneldaten festgestellt werden. Der Vergleich der Haushalts- und Handelspaneldaten mit der Einkommens- und Verbraucherstatistik des Statistischen Bundesamtes zeigte bei verschiedenen Produktgruppen eine Überzeichnung des Marktes im Handelspanel, die beim Vergleich mit den Handelspaneldaten abgezogen werden müssen. Das Haushaltspanel der GfK liegt mit seinem Umsatzniveau zwischen 60 % (alkoholfreie Getränke) und 96 % (Brotaufstriche) des Handelspanels

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