Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht die Frage, wie sich das Verhältnis von berufstätigen Jugendlichen zu Geschichte gestaltet. Auf der Basis von qualitativen Interviews mit zehn Wiener Berufsschüler_innen beschäftige ich mich mit Geschichtsauffassungen und ihren Bedeutungen. Am Beginn der Arbeit gebe ich einen Überblick über theoretische Konzepte zu Geschichtsbewusstsein und die wissenschaftliche Verortung des Begriffs. Im zweiten Teil erläutere ich meine methodischen Ansätze im Hinblick auf die Ausrichtung der Arbeit als qualitative, rekonstruktive Studie. Dabei gehe ich auf Positionen in der Geschichtsbewusstseinsforschung, die Interviewführung und die Zusammenstellung des Samples ein. In Bezug auf den empirischen Teil lege ich meine Vorgehensweise bei der Metaphernanalyse und der Typenbildung dar. Der dritte Teil der Arbeit besteht aus zehn Einzelfallanalysen, in denen ich jeweils die leitenden Geschichtsvorstellungen der Interviewten und ihre Implikationen herausarbeite. Für die Typenbildung im vierten Teil vergleiche ich die Fallanalysen miteinander und leite daraus empirisch fundierte Annäherung an Geschichtskompetenz und Geschichtsbegehren der Interviewten ab. Abschließend fasse ich meine Erkenntnisse mit Hauptaugenmerk auf die häufig irreführende Verwendung des Begriffs Geschichtsbewusstsein und die damit vernachlässigten Divergenzen in der Arbeitsweise des Geschichtsbewusstseins zusammen.This thesis focuses on the central question how the relation of working young people to history is constituted. On the basis of qualitative interviews with ten apprentices from Vienna I deal with conceptions of history and their meanings. At the beginning of the paper I give an overview of theoretical concepts of historical consciousness and the current state of research. In the second part I outline my methodical approach with regard to the thesis’ conception as a qualitative, reconstructive study. In doing so, I go into the discourse about historical consciousness, the conducting of interviews and the sampling. Regarding the empirical part I explain the way of doing the metaphorical analysis and the typification. The third part consists of ten case studies, in which I work out the leading conceptions of history and their implications. For the construction of types in the fourth part I check the case analyses against each other in order to deduce an empirically grounded approach to historical competences and historical desire of the interviewees. Finally I summarize my research results with a focus on the often misleading use of the term historical consciousness and the consequentially neglected divergences in the functioning of historical consciousness