Den Vorboten ernst nehmen : interprofessionelle Betreuungsschwerpunkte für Frauen nach Gestationsdiabetes mellitus zur Prävention der Langzeitfolge Diabetes mellitus Typ 2
ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Doi
Abstract
Der Gestationsdiabetes mellitus (GDM) zählt zu den häufigsten Komplikationen während der Schwangerschaft und erhöht das Risiko, später im Leben an einem Diabetes Typ 2 zu erkranken. Die Evidenzlage ist eindeutig, dass betroffene Frauen von frühzeitig eingeleiteten Interventionsmassnahmen zur Prävention von Langzeitfolgen profitieren. Bis anhin gibt es in der Schweiz noch keine Empfehlungen zur interprofessionellen Umsetzung dieser Thematik.
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, Schwerpunkte der interprofessionellen postpartalen Betreuung von Frauen nach GDM aufzuzeigen. Durch eine interprofessionelle Zusammenarbeit der Professionen Hebamme und Physiotherapie soll das Risiko für die Folgeerkrankung Diabetes Typ 2 gesenkt werden. Abschliessend werden Schwerpunkte für eine Umsetzung in der Praxis dargestellt.
In dieser themengeleiteten Bachelorarbeit wird zur Beantwortung der Fragestellung eine breit angelegte Literaturrecherche durchgeführt. Unter Berücksichtigung von zuvor festgelegten Ein- und Ausschlusskriterien werden vier quantitative Studien, zwei Reviews und ein Fachartikel berücksichtigt. Zusätzlich wird zur Diskussion der Thematik Sekundärliteratur hinzugezogen.
Die Ergebnisse der ausgewählten Literatur zeigen einen signifikant risikovermindernden Effekt bei folgenden Massnahmen: Stillen, Bewegungs- und Ernährungsumstellung. Die Umsetzung der erarbeiteten Betreuungsschwerpunkte soll es Hebammen, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten ermöglichen, Wöchnerinnen nach GDM präventiv zu betreuen. Die Thematik der Diabetesprävention ist komplex und es braucht weitere Forschung, um abschliessende Empfehlungen zu formulieren, welche interprofessionell umgesetzt werden können