Nalazište Grabrovac kod Đakova istražuje se od 1980. godine. Do danas su poznati nalazi većine lokalnih prapovijesnih kultura, od ranoneolitičke starčevačke do početka srednjega brončanog doba. Godine 1997. pronađene su tri jame s početka ranoga brončanog doba. U dvije jame, uz ranu vinkovačku keramiku pronađena je i importirana vučedolska keramika C stupnja. Među vinkovačkim nalazima nekoliko oblika i ukrasa uočeno je ovdje prvi put, čime je obogaćeno poznavanje rane faze ove kulture. Kod kasnovučedolskih nalaza također je uočeno nekoliko rjeđih ukrasa, a posebno se ističe dio žrtvenika u obliku konsekrativnih rogova, prvi takav nalaz uopće zasvjedočen u ranobrončanodobnom kontekstu. Pronađene su i karakteristične ranobrončanodobne strjelice. Vrlo dobre analogije većini materijala nalaze se na lokalitetu Hotel u Vinkovcima, ali i izvan slavonskog prostora. Rana vinkovačka kultura u početku se prostire do okolice Našica, a od okolice Požege do linije Ludbreg - Staro Čiče u isto vrijeme egzistira vučedolska kultura C stupnja (najvažniji predstavnici Apatovac i Rudina 1). Stoga je na obje strane vidljivo međusobno prožimanje, kao i na području zapadne Mađarske, Bosne i Slovenije. Kada se u sjeverozapadnoj Hrvatskoj stabilizira
vinkovačka kultura kasnijega A stupnja, prestaje egzistencija vučedolske kulture.Der Fundort Grabrovac bei Đakovo in Slawonien wird
vom Regionalmuseum in Đakovo seit dem Jahr 1980
erforscht. Bis 1997 wurden Funde aus dem Neolithikum
(Starčevo- und Sopot-Kultur), Äneolithikum (alle
Kulturen mit Ausnahme der Vučedol-Kultur), und bis
zum Ende der frühen Bronzezeit (Licene-Keramik,
pannonische inkrustierte Keramik) entdeckt. Im Jahr
1997 wurden 3 Gruben der frühen Vinkovci-Kultur
entdeckt. In zweien davon befand sich importierte
Vučedol-Keramik der C-Stufe (Abb. 1)1-4. Die meisten
Analogien im Material bestehen in den Schichten mit der
frühen Vinkovci-Kultur und dem Import der C-Stufe der
Vučedol-Kultur am bekannten Fundort Vinkovci–Hotel/
Tržnica6-10 usw. Die gesamte grobe Töpferware weist die
gleichen Eigenschaften auf und läßt sich nicht unterteilen:
Ihre Farbe ist grau und schwarz bis braun und rötlich. Sehr
häufig kommt im unteren Teil der größeren und kleineren
Töpfe Barbotin vor, und der Halsteil ist meistens
undekoriert, manchmal mit einem plastischen Band mit
Fingerabdrücken (T. 6, 2) oder knopfförmigen Applizierungen
(T. 1, 4) versehen, selten mit gekreuzten eingeritzten
Linien verziert (T. 1, 1). Barbotin wurde unregelmäßig
aufgetragen, ist aber sehr häufig vertikal, horizontal
oder schräg kanelliert. Für den Beginn der
Bronzezeit sind die paarweise vorkommenden Scheinhenkel
an der Gefäßlippe (T. 5, 3) charakteristisch, die in
der Vinkovci-Kultur zum ersten Mal hier verzeichnet
werden konnten20-22.
Die Feinkeramik läßt sich klar in die von Vinkovci und
von Vučedol einteilen. Die Vinkovci-Keramik ist schwarz
und grau bis braun, während die von Vučedol überwiegend
schwarz und grau ist. Charakteristische Vinkovci-Formen
sind: verschiedene Schüsseln mit flacher, umgebogener
Lippe, manchmal mit einem Henkel an der Lippe oder mit
Barbotin im unteren Teil (T. 2, 5-7, T. 4, 5, T. 6, 1); kleinere
oder größere Becher mit Henkel unter der Lippe (T. 3, 2)
oder direkt an der Lippe angesetzt (T. 2, 4); zylindrische
Fläschchen mit kleinem Henkel an der Lippe (T. 3, 1);
Scheinkrüge/-becher (T. 2, 2, T. 4, 1, T. 5, 1). Es kommen
auch Amphorenformen vor (T. 4, 4). Bisher wurde das
Vorkommen der kleinen viereckigen Flasche noch nicht
verzeichnet (T. 2, 1).
Die charakteristische Verzierung ist die vertikale
Zickzacklinie, manchmal kombiniert mit einem horizontalen
Band eingestempelter Löcher (T. 1, 6, T. 4, 1, T. 6, 3).
Mehrere Gefäße sind mit bisher selten vorkommenden
Reihen von kleinen Stichen dekoriert, die horizontal, vertikal
und schräg über Hals und Bauch des Gefäßes verteilt sind
und manchmal mit runden Stempelmustern oder dichten
Kammstrichmustern vorkommen (T. 1, 3, T. 2, 1, 2, 8).
Charakteristische Spät-Vučedol-Formen sind: Trinkschalen
(auch Kelche) mit flach gearbeiteter und verzierter
Lippe und kleinem Henkel am Rand (T. 1, 5),
größere und kleinere Amphoren (T. 1, 2, T. 3, 4, T. 4, 2, 3,
T. 5, 2, 4) sowie auch zahlreichere bikonische oder
seltener bauchige Schüsseln (T. 3, 5, T. 4, 6, T. 5, 5, 6).
Unter den Dekorationstechniken kommen am häufigsten
gestochene Bänder und einfache Ritzverzierungen,
seltener eingeschnittene Verzierungen vor. Häufige
Verzierung an Schüsseln ist die negative Abbildung des
horizontalen Zickzackbandes (T. 4, 6, T. 5, 5), selten kommt
aber auch das Schachbrettband (T. 3, 5) oder das horizontale
Rillenmuster (T. 5, 6) vor. Die Amphoren sind oft mit
einfachen gestochenen horizontalen und vertikalen
Zickzacklinien verziert (T. 1, 2, T. 4, 2, T. 5, 2). Das
Kettenmotiv kommt an der Lippe der Trinkschale (T. 1, 5)
und am Bauch der Amphore (T. 5, 4) vor.
Besonders sei auf die Amphore mit zwei horizontalen
Reihen von geritzten Dreiecken am Bauch hingewiesen
(T. 4, 3). Äußerst selten ist die Verzierung mit den dicht
aneinander gereihten horizontalen Rillen und dichten
Winkelmustern (T. 3, 4).
Eine große Überraschung ist der erste Fund verzierter
Konsekrationshörner von Vučedol (Sattelaltar) in der
frühbronzezeitlichen Vinkovci-Grube 2 (T. 3, 3)23-26. Er
zeugt von der Fortsetzung des Vor-indoeuropäischen Kults
der Großen Mutter noch zu Beginn der Bronzezeit.
Darüber hinaus erwähne ich als weiteres Argument aus der
gleichen Periode auch die Keramikhörner und die
Opferbestattung eines Rinderkopfes am Standort Rudina
1 (zwischen Koprivnica und Križevci), aus der C-Stufe der
Vučedol-Kultur28-29. Das Modell eines Rades (T. 6, 7) sowie
einer Hirschhornhacke (T. 6, 4) sind im Äneolithikum und
in der Bronzezeit häufig, und Pfeile mit Einkerbung (T. 6,
5-6) sind für die frühe Bronzezeit charakteristisch.
In ihrer Frühphase reicht das Verbreitungsgebiet der
Vinkovci-Kultur im Zwischenstromgebiet der Donau, Drau
und Sawa von Zemun in Ostsirmien bis nach Ilok, Vinkovci,
Đakovo und die Gegend von Našice in Slawonien. Gleichzeitig
deckt die Vučedol-Kultur der C-Stufe das Gebiet von der
Umgebung von Požega bis zur Linie Ludbreg–Staro Čiče (bei
Zagreb) ab; sie ist in der frühen Phase der C-Stufe vom
Fundort Apatovac vertreten, und in der späten Phase von
Rudina 1, Martinac, Orovac und Ludbreg. Die Vinkovci-
Kultur breitet sich später auch auf dieses Gebiet aus. Die BStufe
der Vinkovci-Kultur besteht neben Vinkovci auch in
Sarvaš sowie am Standort Delova bei Koprivnica. Unklar
ist noch immer die chronologische Einordnung des Bebrina-
Typus im Verhältnis zur B-Stufe der Vinkovci-Kultur.
In einem Teil Westungarns, vor allem in der Baranya,
ist die Situation mit der spätesten Vučedol- und der frühen
Somogyvár-Kultur des gleichen Kultur-Komplexes
(Vinkovci–Somogyvár) ähnlich, vor allem an den Standorten
Lánycsók, Zók, Szava, Nagyarpad (selbständige
Vučedol-Kultur oder als Import). Besonders wichtig ist die
Siedlungsstelle Börzönce (Komitat Zala) in der Nähe der
spätesten kroatischen Vučedol-Fundorte um Bjelovar,
Koprivnica und Ludbreg. Verwandtschaften kommen auch
in der lokalen westbosnischen Variante der spätesten
Vučedol-Kultur (Siedlungsstelle Zecovi) sowie in einem
Teil der Spät-Vučedol-Funde von Ig bei Ljubljana in
Slowenien zum Ausdruck