Durch die Schopenhauer-Rezeption des frühen Nietzsche inspiriert, gehen die in dieser Arbeit dargestellten Überlegungen aus einer systematischen Perspektive den verschiedenen Schwierigkeiten nach, mit denen sich Schopenhauer konfrontiert, indem er die metaphysischen Voraussetzungen seiner Naturphilosophie mit dem subjektiven Idealismus kantischer Prägung zu vereinbaren versucht. Den Leitfaden unserer Untersuchung bildet die Beziehung zwischen den Begriffen „Unbewusstes“, „Wille“, „Vorstellung“ und „Natur“. Dadurch soll gezeigt werden, dass eine konsequente Formulierung des in seiner Theorie der Objektivationsstufen des Willens implizierten Naturalismus eine Überschreitung des kantischen subjektiven Idealismus in der Richtung eines objektiven Idealismus erfordert. Am Ende werden einige zentralen Thesen von Rudolf Malter zur Stellung des Transzendentalismus in Schopenhauers System diskutiert