research

Auf Augenhöhe: Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis der ökologischen und nachhaltigen Land- und Lebensmittelwirtschaft (Teilschlussbericht 2 des BÖLW)

Abstract

Die Innovationskraft der Öko-Lebensmittelwirtschaft gründet sich auf der engen Zusammenarbeit zwischen Praxis und Forschung auf Augenhöhe. Wissensaustausch und die gemeinsame Reflektion von Fragestellungen sind die Voraussetzung für ganzheitliche und praxistaugliche Lösungsansätze. Im Wissenstransferprojekt wurde neben dem Forschungsbedarf aus der Praxis während der bundesweit stattfindenden Wissenstransferveranstaltungen auch nach dem Innovationsbedarf und den Marktpotentialen gefragt. Die Erstauswertung dieser Daten zeichnet ein vielschichtiges Bild einer kreativen Öko-Praxis, die von den Möglichkeiten einer starken Nachfrage am Markt, neuer Beteiligungs- und Vernetzungsmodelle und des Ausbaus (neuer) Wertschöpfungsketten und Vermarktungswege angetrieben wird. Die Ergebnisse verdeutlichen die Breite, in der Innovation betrachtet werden muss. Einerseits besteht die Notwendigkeit von Innovation durch Öko-Forschung. Auf der anderen Seite bedarf es eines intensiven Wissensaustauschs und guter Informationsmöglichkeiten für einen erfolgreichen Entwicklungs- und Innovationsprozess. Verlässliche Rahmenbedingungen fördern Entwicklungsprozesse, unterschiedliche Auslegungen von Vorschriften und Rechtsrahmen führen hingegen zu Verunsicherung und stellen ein Entwicklungshemmnis dar. Auch Teil von Innovation: Informations-, Aus- und Weiterbildungsinhalte, denen eine tragende Rolle bei der Überwindung von Entwicklungshemmnissen zukommt. Alle Blickwinkel einbinden und relevante Innovationsfacetten nutzen: Das gilt genauso für die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis für Bio. Aufbauend auf die Projektarbeiten im Bereich forschungsnaher Praxisnetzwerke (Jánszky, Herrmann 2018) koordinierte und begleitete der BÖLW die Erarbeitung von Konzeptideen zur konkreten Gestaltung und Stärkung von Praxisforschung in Deutschland. Unter Mitwirkung zahlreicher Akteure aus Wissenschaft, Praxis und Beratung wurden dafür in Workshops Aufgaben und Entwicklungsansätze zur Vernetzung und Weiterentwicklung im Bereich Aus- und Weiterbildung und zur Stärkung der Beteiligung aller Akteursgruppen zusammengetragen. Forschungsförderung kann hierbei durch gezielte Förderung weiterer Vernetzungsräume und bei der Weiterentwicklung von Konzepten unterstützen. Die Anerkennung der Kommunikationsleistung in transdisziplinären Projekten durch Finanzierung von Koordinatoren, Anpassung von Projektlaufzeiten sowie Flexibilitätsspielräume im Verfahrensprozess sind weitere Ansatzstellen für gutes Gelingen von Praxisforschung. Antragsverfahren sollten zudem insbesondere hinsichtlich der zeitlichen Abläufe für eine bessere Planbarkeit für alle Beteiligten transparenter werden

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