Auf Augenhöhe: Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis der ökologischen und nachhaltigen Land- und Lebensmittelwirtschaft (Teilschlussbericht 1 des BÖLW)
Der BÖLW hatte die Erhebung von Forschungsbedarf der Öko-Praxis und die Identifikation geeigneter Netzwerke und Akteure für die Diskussion dieser Bedarfe zum Ziel.
Die Akteurs- und Netzwerkanalyse zeigt eine intensive und diverse Vernetzung innerhalb der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft und eine hohe Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit zwischen Praxis, Beratung und Wissenschaft. Stabile Netzwerke zeichnen sich dadurch aus, dass in ihnen angepasste Kommunikations- und Arbeitsstrukturen entwickelt werden. Aufgrund der hohen Auslastung von Fachexperten werden nur unmittelbar bedarfsorientierte Netzwerke erhalten, die systematische Aufbereitung von Forschungsfragen bleibt die Ausnahme. Üblicher werden drängende Einzelfragen identifiziert, für deren Beantwortung gezielt Kooperationen gesucht werden.
Klar wird auch: Das Interesse an praxisnaher Forschung wächst enorm und Praktiker sehen sich einer starken Nachfrage als Partner in diversen Multi-Stakeholer-Settings gegenüber. Der BÖLW empfiehlt daher dringend die Unterstützung von Koordinatoren und beteiligten Akteuren in den Netzwerken durch ein verbessertes Wissens- und Informationsmanagement sowie durch Qualifizierung im Kommunikations- und Prozessmanagement speziell in Multi-Stakeholder-Netzwerken.
In Zusammenarbeit mit den identifizierten Netzwerken hat der BÖLW Themenpapiere zu Praxisforschungsbedarfen zusammengetragen, deren Auswertung zeigt: Die Öko-Praxis hat eine Fülle von Fragen an die Wissenschaft, die dringende Beantwortung brauchen, damit Bio sein Potenzial vollständig entfalten kann. Hierzu müssen Politik und Forschungsförderung günstige Rahmenbedingungen schaffen. Nur so kann der transdisziplinäre Austausch gefördert und Forschung praxisnah gestaltet werden. Notwendig ist dazu auch der Ausbau von Forschungsinfrastrukturen und geeigneter Räume, in denen systemorientierte Fragestellungen diskutiert und weiterentwickelt werden können. Das gemeinsame Ziel: stabile Agrar- und Ernährungssysteme