research

Framing-Ansätze und die Standardtheorie der Person

Abstract

Seit den siebziger Jahren hat sich eine Standardtheorie der Person entwickelt, die hauptsächlich auf Arbeiten von Harry Frankfurt, Amartya Sen und Daniel Dennett zurückgeht. Diese Standardtheorie prägt die Debatte bis heute und liegt insbesondere der Verwendung des Personbegriffs in der praktischen Philosophie zugrunde. Eine ihrer Grundannahmen besteht darin, dass der Personstatus sich ausgehend von der Handlungs- und Entscheidungstheorie klären lässt: Ein rational entscheidender Akteur zu sein, ist eine notwendige Bedingung für die Zuschreibung des Personstatus. Deshalb stellt eine Revision der handlungstheoretischen Prämissen zugleich eine Herausforderung für die Persontheorie dar. Im Folgenden soll gezeigt werden, dass neuere Ansätze aus der Psychologie, den Sozialwissenschaften und der empirischen Entscheidungsforschung, die unter dem Schlagwort des "framing" firmieren, mit den handlungs- und entscheidungstheoretischen Annahmen des Standardmodells unvereinbar sind und daher zu einer Überprüfung des Personkonzeptes auffordern. Im ersten Abschnitt wird zunächst die Standardtheorie der Person kurz rekapituliert. Im zweiten Abschnitt werden gemeinsame Merkmale der Framing-Theorien rekonstruiert, um im letzten Abschnitt das Verhältnis der Ansätze zu diskutieren

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