research

Rituale in der wissenschaftlichen Kommunikationskultur am Beispiel von Historiographien in gesellschaftlichen Umbruchsphasen

Abstract

In diesem Artikel wird ein Versuch unternommen, eine rituelle Komponente im Kontext wissenschaftlichen Kommunikation am Beispiel der Historiographie herauszuarbeiten. Als Untersuchungsobjekte wurden zwei nationale Historiographien in Umbruchsphasen gewählt (Historiographie in der Bundesrepublik der 1950-er Jahre und Russlands Historiographie der 1990-er Jahre). In beiden Fällen war ein Übergang weg von einer Diktatur zu einem demokratischen System in der Gesellschaft charakteristisch. In diesem Beitrag wird eine bedeutende Identifizierungsfunktion der kommunikativen Rituale im Prozess der neuen Selbstfindung in den Umbruchsgesellschaften betont. Das trifft im vollen Umfang auch auf die Wissenschaftler indem sie ihre methodologischen Denkweisen und ihre professionelle Vergangenheit der neuen Wertelage entsprechen umgestalten müssen. Die wissenschaftlichen Kontroversen in solchen Fällen tragen in der Regel einen ausgeprägten rituellen Charakter, wobei die entsprechenden Gesten eine wichtige Grundlage für die neuen Zugehörigkeitskonstruktionen bilden

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