Der vorliegende Bericht beinhaltet die Ergebnisse eines Projektes, das den Forschungsbedarf im ökologischen Weinbau und die Maßnahmen zur Förderung des ökologischen Weinbaus in Deutschland aus Sicht der Praxis aufzeigt. Darüber hinaus sind Kommunikationskanäle der Praktiker, die zur Gewinnung von Information und Wissen genutzt werden, identifiziert worden.
Das Forschungsvorhaben gliedert sich dabei in mehrere Teilabschnitte (Studien). Als erstes werden Betriebsleiter, überwiegend ökologisch produzierender Betriebe, aus fünf Weinbauregionen in Deutschland befragt, mit welchen fachlichen Problemstellungen sie sich in ihren Netzwerken und mit ihren Fachkontakten beschäftigen. Zudem wird analysiert, welche Kommunikationskanäle sie für ihren fachlichen Austausch nutzen und wo sie den größten Forschungsbedarf im deutschen Öko-Weinbau sehen. Daraufhin werden Öko-Praxis-Experten aus drei europäischen Weinbauländern zu den gleichen Fragestellungen interviewt.
In einer anschließenden Online-Umfrage werden insbesondere konventionell wirtschaftende Winzer zu ihren Hemmnissen, auf ökologische Produktion umzustellen und zu ihrem fachlichen Informations- und Austauschverhalten im Weinbau befragt. Abschließend werden alle Ergebnisse mit Öko-Praxis-Experten diskutiert und Handlungsempfehlungen entwickelt.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass der größte Forschungsbedarf der Praxis im Öko-Weinbau im Pflanzenschutz, in der Entwicklung von neuen verträglichen Pflanzenschutzmitteln zur Reduzierung von Kupferpräparaten liegt. Zudem sind „Bodenthemen“ wie Bodenfruchtbarkeit, Bodenbearbeitung, Kompostforschung und Humusaufbau als wichtige Forschungsbedarfe formuliert worden. Darüber hinaus besteht großes Interesse an Forschung zum Thema „Nachhaltigkeit“ und Ressourcenschonung.
Die wichtigsten Maßnahmen, zur Förderung des Öko-Weinbaus in Deutschland, sehen die Praktiker in Politik und Bildung, im Ausbau der Fachberatung, in einem intensiven Austausch zwischen Schule und Öko-Betrieben und in mehr Öko-Praxisprojekten für Berufs- und Fachschüler.
Die Entwicklung und Nutzung neuer Formate in der Forschungskommunikation zwischen Praxis und Wissenschaft wie die stärkere Einbeziehung der Praktiker bei der Auswahl von Forschungsthemen, der stärkere Informationsaustausch während der Laufzeit eines Forschungsprojektes und der erleichterte Zugang zu Forschungsergebnissen ist nach Meinung der Praxis dringend erforderlich, um die Praxisforschung, im gegenseitigen Dialog der beiden Wissenssysteme (Praxis & Forschung), zu verbessern