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Die Rolle der Medien in post-Konflikt Gesellschaften

Abstract

Die Rolle der Medien beim Versöhnungsprozess in post –Konflikt Gesellschaften wurde anhand des ausgesuchten Beispiels der März-Unruhen 2004 in Kosovo dargestellt. Zunächst galt es theoretisch die Art und Weise, wie Medien von Gesellschaften in Anspruch genommen werden und welche Funktionen sie für die jeweilige Gesellschaft erfüllen sollen und können, zu ermitteln. Im Detail wurden diese Funktionen aus der Perspektive demokratischer Gesellschaften untersucht und dargestellt. Da Medien, vor allem in post-Konflikt Gebieten, die Aufgabe auferlegt wird, demokratische Strukturen und ein friedliches Leben zu fördern, wurde theoretisch die Relation Frieden – Medien durchleuchtet. Wenn die Rolle der Medien in einer Gesellschaft ermittelt werden soll, dann müssen auch die Umstände und die Rahmenbedingungen, die ihnen durch diese Gesellschaft auferlegt sind, untersucht werden. Die Auseinandersetzung mit der Medienlandschaft im Kosovo zeigte, dass die Medien im Kosovo wirtschaftlich von den Donatoren abhängig waren Die instabile politische Lage beeinträchtigte ebenso die Leistungen der Medien. Vor dem Hintergrund, dass Mediensysteme von anderen Teilsystemen der Gesellschaft beeinflusst werden, soll auch das Ergebnis der empirischen Untersuchung über die Berichterstattung am 16. und 17. März 2004 betrachtet werden. Das Beispiel der März-Unruhen 2004 im Kosovo, zeigte die negative Rolle der Medien, welche sie in diesem Fall gespielt haben. Die Untersuchung der Berichterstattung der drei wichtigsten TV-Sender im Kosovo, zeigte eine unprofessionelle und tendenziöse Berichterstattung, die keine Rücksicht auf ethnische Spannungen genommen hatte und noch weniger das Potential eingesetzt hat, diese Spannungen abzubauen. Durch Verbreitung falscher Informationen und durch die emotionelle Aufbereitung der Berichterstattung haben die Medien womöglich großen Einfluss auf die am darauffolgenden Tag eskalierten Demonstrationen ausgeübt

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