Humanes Herpesvirus Typ 7 wurde bisher mit verschiedenen fieberhaften Erkrankungen im
Kindesalter in Verbindung gebracht. Typischerweise kann HHV-7 exanthematöse Erkrankungenverursachen,
in wenigen Fällen konnte ein Zusammenhang mit neurologischen Komplikationen
beobachtet werden. Unter anderem wurden Fieberkrämpfe, temporäre Hemiparesen
oder Meningitiden beschrieben. In dieser Arbeit sollte untersucht werden, ob HHV-7
im Liquor pädiatrischer Patienten mit verschiedenen neurologischen Erkrankungen auch ohne
Exanthema subitum nachgewiesen werden kann.
Dazu wurde ein hochsensitives Nachweisverfahren bestehend aus DNA-Präparation und
nested-PCR entwickelt. Nach Demonstration seiner hohen Sensitivität und Spezifität wurden
mit dem Verfahren insgesamt 104 Liquorproben untersucht. Bei 6 Patienten konnte
HHV-7 DNA im Liquor nachgewiesen werden. Die Krankheitsverläufe dieser Patienten wurde
dargestellt und mit den wenigen, bisher in der Literatur beschriebenen Infektionen verglichen.
Parallel erfolgte ein Vergleich mit Infektionen des nächsten Verwandten HHV-6.
HHV-7 scheint sowohl bei der Primärinfektion als auch bei der Reaktivierung in das ZNS
einzudringen und dort zu neurologischen Komplikationen führen zu können. Dies geschieht
offensichtlich unabhängig vom Vorliegen eines Virusexanthems (z. B. Exanthema subitum).
Wie bei HHV-6 ist ein breites Spektrum an neurologischen Komplikationen möglich. In dieser
Untersuchung konnte erstmalig HHV-7 im Liquor von Patienten mit aseptischer Meningitis,
ADEM, Infektkrampf, einseitiger peripherer Fazialisparese und einseitiger Störung des N.
vestibularis nachgewiesen werden. Bei 3 Patienten lag dabei eine entzündliche Liquorveränderung
vor. Alle 6 HHV-7 positiven Patienten waren unter den 67 Patienten der Studiengruppe
zu finden. In keiner der 37 Liquorproben der Kontrollgruppe ließ sich das Virus detektieren.
Bei Patienten mit neurologischen Komplikationen im Rahmen fieberhafter viraler
Erkrankungen mit und ohne Exanthem muß an HHV-7 als Ursache gedacht werden