Einleitung:
Im Ökologischen Landbau bilden Dauergrünland (mehr als 50 % der Öko-Fläche in NRW) und Kleegras die Hauptfuttergrundlage. Zusätzlich werden als Grundfutter je nach Betrieb und Standort Getreide, Getreideleguminosengemenge oder Mais zur Gewinnung von Ganzpflanzensilage angebaut.
Landwirte und Berater können nur bedingt auf die Erfahrungen aus konventionellen Versuchen zurückgreifen. Das gilt zwar auch für andere Bereiche des Ökologischen Landbaus. Beim „Mischanbau unterschiedlicher Arten“ (Grünland, Kleegras, Getreide-Leguminosengemenge) wirkt sich das Anbausystem aber stärker aus als bei Reinkulturen. So führt der Verzicht auf leicht verfügbare Stickstoffdünger beispielsweise zu einer veränderten Pflanzenzusammensetzung. Nicht nur der Ertrag, sondern auch die Qualität des Aufwuchses können dadurch beeinflusst werden. Mais wird zwar in Reinkultur angebaut. Im Ökologischen Landbau bereitet der Anbau aber vielerorts Probleme, ein Teil der Öko-Betriebe lehnt den Anbau auch generell ab.
Für Landwirte und Berater ergeben sich vielfältige Fragestellungen. Folgende Themen wurden aufgegriffen:
1. Wie sind Ertrag und Futterqualität sowie Fruchtfolgewirkung verschiedener Kleegrasmischungen einzuschätzen? Die Zusammensetzung von Kleegrasbeständen variiert in der Praxis sehr stark. Viele Betriebe und Berater sind immer wieder auf der Suche nach der optimalen Kleegrasmischung.
2. Gibt es eine praxisnahe Methode zur Einschätzung der Silierreife auf Grünland und Kleegras? Jedes Frühjahr wird immer wieder die Frage gestellt: Wann kann geschnitten werden? Zur bestandsspezifischen Ansprache sind Indikatoren gefragt, an denen Praxis und Beratung vor Ort die Silierreife selbst abschätzen können.
3. Welchen Einfluss hat der Schnitttermin auf die Futterqualität beim 2. Aufwuchs auf Grünland und Kleegras? Silagen aus dem 2. Aufwuchs befriedigen häufig hinsichtlich Energie- und Proteingehalt nicht. Hier wurde bisher ein zu später Schnitttermin vermutet.
4. Wie sind Ertrag und Futterqualität sowie Fruchtfolgewirkung von Mais und Getreide/Getreide-Leguminosengemenge einzuschätzen? Beide Kulturen werden in der Praxis sehr unterschiedlich beurteilt. Der Maisanbau ist für einige Betriebe tabu, Getreide-Leguminosengemenge haben aber auch nicht nur Vorteile