research

Open Access - Ein Wundermittel? Wissenschaft, Gesellschaft, Demokratie, Digital Divide

Abstract

Argumente, die von unterschiedlichen Seiten zur Untermauerung der Forderung nach Open Access angeführt werden, sind a) der beschleunigte Austausch und die quasi allgegenwärtige Präsenz wissenschaftlicher Informationen b) die Abschwächung der Zeitschriftenkrise c) die Verringerung des Digital Divide d) die demokratisierende Wirkung durch Nivellierung der Zugangschancen zu relevanten Ressourcen in unserer so bezeichneten Informationsgesellschaft. Eine Betrachtung der sozialen Implikationen der genannten Argumente basierend auf Pierre Bourdieus Feldtheorie inklusive seiner Beschreibung des wissenschaftlichen Feldes und des in diesem Feld zirkulierenden Kapitals (z.T. quantifizierbar im Journal Impact Factor) ermöglicht eine Abschätzung der Wirkung von Open Access innerhalb dieses Feldes und seines Potenzial zur Änderung dieses Feldes. Foucaults Diskursanalyse kann inhärente, unausgesprochene Setzungen und Dogmata der Digital-Divide-Thematik offenlegen. Und schließlich kann eine soziologische Betrachtung den Gehalt des Begriffs Informationsgesellschaft und das Verhältnis von offenem Zugang zu Informationen und Demokratie umreißen. Kurzum: In der Open-Access-Diskussion wird implizit und explizit mit soziologischen Schemata und Begriffen gearbeitet. Dieser Beitrag unterzieht diese Schemata und Begriffe einer kritischen Betrachtung

    Similar works