'Sektion Medienpadagogik der Deutschen Gesellschaft fur Erziehungswissenschaft - DGfE'
Doi
Abstract
Der Beitrag konstatiert eine theoretische wie methodologische Leerstelle der Medienpädagogik in Bezug auf diskurstheoretische Überlegungen nach Michel Foucault. Diese werden überblicksartig dargestellt, um in der Folge spezifische Potenziale einer solchen Perspektivierung sozialer Phänomene sichtbar zu machen. Solche Potenziale werden etwa in der differenzierten Verschaltung von Subjekt und ‹Struktur› (Diskurs), von Subjektivierung und Entsubjektivierung verortet sowie in der Möglichkeit detaillierter Machtanalysen zwischen Mikro- und Makroebene. Weiter wird referiert, in welcher Weise verschiedene Strömungen der Diskursforschung in der erziehungswissenschaftlichen Diskussion bislang Anwendung finden. Hierbei orientieren wir uns an Wrana/Ott et al. (2014), die eine vierfache Heuristik von Analysen klassischer spezialdiskursiver Formationen, gouvernementalitätstheoretischer Studien, Subjektivierungsregimen und disziplinären Selbstreflexivierungen vorschlagen. Auf diese Weise wird der ‹blinde Fleck› der Medienpädagogik entlang der wenigen vorhandenen An- und Einsätze kartografiert und Desiderata darüber hinaus aufgezeigt, um im Abschluss insbesondere das Moment der Kritik herauszustellen. Deren behauptete Relevanz für die Teildisziplin wird in einer doppelten Figur begründet: historisch über Anschlüsse an die Frühzeit Baackes sowie aktuell über gegenwärtige Herausforderungen.This paper states a theoretical as well as methodological blank space in media education in respect to discourse theory ‹after› Michel Foucault. An overview of such positions in discourse theory is briefly presented, to subsequently make visible their very specific potentials for research on social phenomena. Those can be seen e. g. within the differentiated and entangled modelling of subject and ‹structure› (meaning discourse), of subjectivizing and desubjectivizing processes as well as in their power to analyze power relations between micro and macro levels of society. Furthermore, following Wrana/Ott et al. (2014), applications of discourse studies within educational research are reported along a four-fold distinction between analyses of classical episteme, governmental relations, subjectivizing regimes and disciplinary self-reflections. This way, paired with existing works based on discourse theory, the ‹blind spot› in educational media studies as well as desiderata can be sketched. Finally, the moment of critique is emphasized as relevant for media education, since it responds to Baacke’s ‹early days› as well as to current challenges in society