'Sektion Medienpadagogik der Deutschen Gesellschaft fur Erziehungswissenschaft - DGfE'
Doi
Abstract
Der Beitrag diskutiert Möglichkeiten einer verstärkten Einbringung kulturwissenschaftlicher Perspektiven in die Medienpädagogik. Auf einem kulturwissenschaftlichen Programm im Anschluss an Reckwitz basierend, der Kultur als ein bedeutungsorientiertes und kontingenzgeprägtes Konstrukt begreift, wird gezeigt, wie diese Position durch ihre disziplinäre Querschnittslagerung ein Ensemble von alternativen Denk- und Analysemodellen anbietet, das medienpädagogische Fragestellungen bereichern kann. Wie sich mit Blick auf die jüngeren Diskussionen über disziplinäre Anschlüsse zwischen Erziehungswissenschaft und Kulturwissenschaft zeigt, sensibilisiert ein solcher Zugang für gegenwärtige gesellschaftliche Veränderungsprozesse und ermöglicht die Erschliessung heterogener und vielschichtiger Phänomene. Gerade aufgrund der zentralen Rolle der Medien in diesen Prozessen kann die Bedeutung einer kulturwissenschaftlichen Perspektivierung für die Medienpädagogik kaum überschätzt werden. Der Beitrag zeigt exemplarisch, wie kulturwissenschaftliche Anschlüsse der Medienpädagogik neue theoretische wie empirische Perspektiven eröffnen können, um komplexe Phänomene über ein praxeologisch-diskursanalytisch gerahmtes Forschungsprogramm zu erschliessen. Es wird dargelegt, wie sich hierdurch Lücken im medienpädagogischen Fachdiskurs schliessen lassen, die sich unter anderem im marginalisierenden Umgang mit Macht-Wissen-Komplexen, Subjektivität, Körperlichkeit, Materialität und Medialität feststellen lassen.This contribution discusses possibilities of fostering the implementation of a cultural sciences-perspective into media education. Based on a program of cultural sciences referring to Reckwitz, who understands culture as a construct oriented towards meaning and contingency, the paper shows how this position offers an ensemble of alternative models for further discussion and analysis by its cross-sectional perspective on disciplines that can enrich the media educational scope of questions. Such an approach sensitizes for current processes of societal change and enables the exploration of heterogenous and multilayered phenomena, as recent discussions show about disciplinary connections between educational science and cultural sciences. Just because of the central role of media in these processes a cultural sciences-perspective in media education can barely be overrated. This contribution exemplifies, how cultural sciences-based connections can establish new theoretical and empirical perspectives in media education in order to access complex phenomena by a research programme that is framed in terms of practices and discourses. The paper demonstrates how this approach can close gaps in the professional discourse of media education that can be located in the marginalising handling of complexes of power and knowledge, subjectivities, physicality, materiality and mediality