Das Lehrevaluationsinstrument PraQ mit Ratingskalen zur Selbst- und
Fremdeinschätzung von Aspekten der Praktikumsqualität liefert in einem
theoretischen und kompetenzorientierten Rahmen Maße für die Qualität von
Praktika. Zielgruppe sind alle naturwissenschaftlichen Anfängerpraktika bis
zum vierten Fachsemester an Hochschulen, zunächst begrenzt auf den
deutschsprachigen Raum. Das 3L-Modell der Praktikumsqualität definiert hierbei
den relevanten Lernzuwachs, die Lehrkompetenz der Betreuenden und die Qualität
der Lernumgebung von Praktika. Die Testevaluationsstudie umfasst Studien zur
inhaltlichen Adäquatheit der Konstrukte und Items, strukturelle Untersuchungen
der Zuordnung von Items und der Konstrukttrennbarkeit, externale Vergleiche
mit etablierten Messinstrumenten sowie Multiperspektivitätsanalysen. Gemäß
Expert*innenurteilen darf der PraQ inhaltlich als Messinstrument aller
relevanten Aspekte der Praktikumsqualität verstanden werden. Strukturell
zeigen sich in explorativer und konfirmatorischer Faktorenanalyse gut den
Items zuzuordnende, reliable Faktoren, die eine getrennte Interpretation der
Einzelkonstrukte zulassen. Vergleiche mit Alternativmodellen zeigen die sehr
gute Passung des Grundmodells zu den erhobenen Daten. Dies bedeutet, dass
Praktikumsleitende bei der Interpretation ihrer Evaluationsergebnisse die
Konstrukte getrennt interpretieren dürfen und so gesicherter mögliche
Interventionen im Praktikum an eben jenen Konstrukten ansetzen. Bezogen auf
die fachdidaktische Forschung lässt sich schlussfolgern, dass die PraQ-Skalen
inhaltlich umfassend und strukturell adäquat ihre betreffenden Konstrukte
messen, was sie bereits als Messinstrument auch für andere Kontexte, in denen
die enthaltenen Konstrukte Relevanz besitzen, nutzbar macht