Schwindel als Erstsymptom eines pleomorphen Xanthoastrozytoms

Abstract

Eine zum Vorstellungszeitraum 41-jährige Patientin wurde uns mit Schwindel zugewiesen. Beklagt wurden seit einigen Monaten kurzfristige Schwankschwindelattacken mit Übelkeit mit kurzen Blackouts ohne Bewusstlosigkeit und Gangunsicherheiten. Weitere Beschwerden im Fachbereich bis auf eine Taubheit auf dem linken Ohr seit dem 13. Lebensjahr nach einem Virusinfekt wurden nicht beklagt.Die HNO-ärztliche Spiegeluntersuchung war gänzlich unauffällig. Die neurootologischen Untersuchungen zeigten keine Pathologie.Aufgrund der ungewöhnlichen Beschwerden und der unauffälligen Befunde im Fachbereich veranlassten wir eine Kernspintomographie des Kopfes. Diese zeigte einen links temporal und teilweise links frontal sitzenden inhomogenen Tumor mit einer Größe von ca. 4,6 x 3,7 cm Größe. Es fand sich ein zystischer Anteil neben soliden Läsionen, die sich flächig über die Gyri ausbreiteten. Der linke Seitenventrikel war komprimiert, die Mittellinie um 6 mm verlagert. Die Patientin wurde neurochirurgisch versorgt. Über eine linksfrontale osteoplastische Trepanation wurde eine Teilexstirpation durchgeführt.Die Histologie zeigte ein pleomorphes Xanthoastrozytom. Dabei handelt es sich um einen seltenen glialen Hirntumor im Großhirnrindenbereich, der sich histologisch durch eine besondere Pleomorphie auszeichnet.Nahezu jeder HNO-Arzt wird fast täglich mit Patienten konfrontiert, die über Schwindel klagen. In der überwiegenden Zahl der Fälle handelt es sich dabei um peripher vestibuläre Störungen. Der aktuelle Bericht lehrt jedoch, dass hinter dem oftmals harmlosen Symptom Schwindel auch eine lebensbedrohliche Erkrankung stehen kann

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