Die Studie untersucht Werkanalysen in deutschsprachigen Musikzeitschriften der 1760er- bis 1820er-Jahre unter besonderer Berücksichtigung ihres publizistischen und theoretischen Kontextes. Wie kaum ein anderes Format jener Zeit bündeln diese Texte den Facettenreichtum des Nachdenkens über Musik: Überlegungen zu Ästhetik, Theorie und Geschichte der Musik gehen in vielen Werkkritiken miteinander einher, die Analyse fungiert als Demonstrationswerkzeug für diese vielfältigen Beziehungen. So sind die musikkritischen Werkanalysen um 1800 nicht nur Konzentrate musikalischer Diskursfelder der Zeit, sondern geben zudem Aufschluss über eine wichtige Phase in der Geschichte der musikalischen Analyse und Interpretation.This study examines musical analyses in German-language music journals from the 1760s to the 1820s with regard to their journalistic and theoretical context. Like hardly any other format of the time, these texts bundle the many facets of thinking about music: aesthetics, theory and the history of music are related to each other in many reviews of works, linked and illustrated by analysis as a tool of demonstration. Thus, these texts are not only distillations of musical discourses of the time, but also provide information about an important phase in the history of musical analysis and interpretation