COMMUNITY ORGANIZING – EINE KRITISCHE THEORIE DER PRAXIS: Historische Genese und Analyse von Community Organizing in Deutschland am Beispiel der Bürgerplattformen
Trotz einer mehr als 70-jährigen Geschichte des Community Organizing (CO) in Deutschland, meist in der Sozialen Arbeit an Hochschulen oder in einer städtischen Praxis, hat dies in der (sozial-)wissenschaftlichen Debatte um Beteiligung und Partizi- pation nur selten Eingang gefunden. Die Schließung grundlegender Forschungslücken zur Rezeptionsgeschichte und zu Modellen von CO bildet daher die Ausgangslage und den erweiterten Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Kennzeichnend für diese Forschungslücke steht zudem, dass CO an einer Schnittstelle zwischen Regierenden, Wirt- schaft und (Zivil-)Gesellschaft verortet ist, jedoch im Kontext des neoliberalen Charakters von Beteiligungsdebatten oder verschiedener Modi des Regiert-werdens scheinbar unpolitisch agiert. Die Modellierung und Konzepteinordnung am Beispiel einer Berliner Organizing-Anwendung in Form der Bürgerplattformen ermöglicht es, die Rolle der deutschen CO-Rezeption und daraus abgeleitete Handlungsebenen als Quelle möglicher neuer Konflikte zu lokalisieren