research article

Akademisierung und Professionalisierung Personzentrierter Psychotherapie: Eine praxeologische Perspektive

Abstract

Im Zentrum des Beitrags stehen Chancen und Risiken der Akademisierung der Psychotherapie für den Personzentrierten Ansatz. Die disziplinäre Eigenständigkeit von Psychotherapie sowie das Verhältnis von Theorie und Praxis werden zunächst vor dem Hintergrund der Unterschiede der gesetzlichen Regelungen in Deutschland und Österreich diskutiert. Als zentrales Element von Professionalisierung werden verschiedene Formen des Wissens identifiziert. Mit der Dokumentarischen Methode wird anhand einer empirischen Studie das implizite, handlungsleitende Wissen Personzentrierter Psychotherapeut:innen herausgearbeitet und es werden die unterschiedlichen Logiken von Theorie und Praxis beleuchtet. Das Verhältnis der Therapeut:innen gegenüber Klient:innen zeigt sich dabei als ein radikal heterarchisches – eine Gemeinsamkeit mit Praxeologischer Wissenssoziologie im Verhältnis zu ihren Untersuchten und damit eine epistemische Gemeinsamkeit. Vor diesem Hintergrund wird für eine multiparadigmatische Verfasstheit der akademischen Psychotherapie und für die Förderung von praktischem Erkennen auch und vor allem in der akademischen Ausbildung plädiert.The article focuses on the opportunities and risks of the academization of psychotherapy for the personcentered approach. The disciplinary independence of psychotherapy and the relationship between theory and practice are first discussed against the backdrop of the differences in legal regulations in Germany and Austria. The Documentary Method is used in an empirical study to identify different forms of knowledge as a central element of professionalization and to shed light on the different logics of theory and practice. The relationship between therapis-ts and clients is thereby revealed to be radically heterarchical, a commonality with praxeological sociology of knowledge in relation to its subjects and thus an epistemic commonality. Against this backdrop, the authors argue for a multiparadigmatic constitution of academic psychotherapy and for the promotion of practical knowledge, especially in academic training

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