thesis

Evidence-based Management: Effiziente Führung von Krankenhäusern unter Berücksichtigung multidimensionaler Zielsysteme

Abstract

Die Krankenhausreform Deutschlands, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der mittelmäßige Outcome des stationären Sektors zwingen das Krankenhausmanagement zum Handeln. Die Wissenschaft bietet etablierte Verfahren zur Messung und Optimierung der Perfomance von Kliniken, die in der Praxis wenig Beachtung finden. Variablen zur Messung der Qualität werden teilweise und solche zur Erhebung des wirtschaftlichen Erfolgs sehr selten eingesetzt. Mit der operativen Implementierung des in der vorliegenden Studie vorgestellten Benchmarkingtools könnte es gelingen, die Kliniken innovativer und erfolgreicher zu steuern. Auf Basis der Daten von 388 Krankenhäusern wird die Two-Stage Data-Envelopment Analysis durchgeführt. Hierzu werden Informationen der Qualitätsberichte und der Jahresabschlüsse zusammengeführt und analysiert. Zwei inputorientierte Modelle mit variablen Skalenerträgen und unterschiedlichen In- und Outputs werden aufgebaut. In der Second-Stage wird der Zusammenhang zwischen der Effizienz und potentiell erfolgsbeeinflussenden Variablen untersucht. Privat geführte Krankenhäuser weisen ein höheres durchschnittliches Effizienzniveau auf. Eine Assoziation zu der Anzahl der Betten, betriebenen Standorten, Fachabteilungen und dem Status als akademisches Lehrkrankenhaus kann nicht nachgewiesen werden. Es wird ein U-förmiger Zusammenhang zwischen der Notfallstufe und der Effizienz dargestellt. Die Analyse des Personals offenbart, dass sowohl ein niedriger Anteil von administrativen Kräften als auch ein hoher Anteil von klinischem Personal mit hohen Effizienzwerten einhergeht. Gleichzeitig weisen Krankenhäuser mit einem hohen Anteil eingesetzter Pflegekräften höhere Effizienzniveaus aus. Die Personal-, Material- und Abschreibungsintensitäten korrelieren negativ mit der Effizienz. Der Umfang der staatlichen Förderung für Investitionen weist ebenfalls einen negativen Zusammenhang aus. Hingegen können positive Assoziationen mit verschiedenen Kennzahlen des wirtschaftlichen Erfolgs ausgemacht werden. Interessanterweise kann nur in Einzelfällen eine signifikante Beziehung zu den Qualitätsindikatoren nachgewiesen werden. Das medizinische und ökonomische Outcome des deutschen Gesundheitswesens erfordert auf der Ebene der Politik und des operativen Managements eine Veränderung des Handelns. Die aktuelle Krankenhausreform greift wesentliche Aspekte der empirischen Evidenz auf. Andere wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse bleiben außen vor. Das Krankenhausmanagement ist aufgefordert, sich den wandelnden Anforderungen zu stellen, wobei das vorgestellte Tool einen Lösungsansatz bieten kann

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