Biografiearbeit als Gegenstand der akademischen Ausbildung von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in Deutschland: eine quantitative Modulhandbuchanalyse
In pädagogischen Zusammenhängen begeben sich Fachpersonen in Beziehungen zu ihren
Adressat*innen. Dabei spielen die jeweils eigenen Erfahrungen der Fachpersonen, unter
anderem zur Beziehungsgestaltung eine entscheidende Rolle und die Biografien der
Fachpersonen werden damit zu einer Variable pädagogisch-professionellen Verhaltens.
Dies lässt einen Einbezug des Umgangs mit eigenen Lebenserfahrungen in die
akademische Ausbildung sinnvoll erscheinen.
Die vorliegende Arbeit zeigt mithilfe einer quantitativen Modulhandbuchanalyse, an welchen
Stellen unter anderem der Umgang mit der eigenen Biografie in Studiengängen der
Sozialen Arbeit thematisiert wird, anschließend an beispielsweise die Untersuchung über
die Bedeutung der Selbstreflexion im Studium der Sozialen Arbeit von Gold und Gebhardt
(2022). Das inhaltsanalytisch veranlagte Suchverfahren ergab dabei über 290 Ergebnisse
zu den Suchbegriffen „biogra*“ und „*biogra*“ in zwölf Kategorien, die auf induktive Weise
entwickelt wurden. Der Kategorie „Biografische Selbstreflexion als Lehrinhalt des
Studiums“, welche die für die Forschungsfrage besonders bedeutsamen Inhalte enthält,
wurden 90 Codes zugeordnet. In einer Gesamtdatenmasse von 65 Modulhandbüchern mit
ca. 4000 Textseiten wird dieses Aufkommen eingeordnet und bewertet, vor dem
Hintergrund des wissenschaftlichen Diskurses zur Notwendigkeit von Biografiearbeit im
Rahmen der akademischen Ausbildung sozialpädagogischer Fachkräfte. Die genaue
Darstellung der Ergebnisse findet sich im Codebuch, dem letzten Anhang der Arbeit.In educational contexts, professionals enter into relationships with their target groups. In
this process, their own experiences—particularly regarding relationship-building—play a
crucial role, making their biographies a variable in pedagogical-professional behavior. This
suggests that integrating the handling of one's own life experiences into academic training
is a meaningful approach. The present study employs a quantitative analysis of module
handbooks to examine where, among other aspects, the handling of one's own biography
is addressed in social work degree programs. This follows investigations such as the study
by Gold & Gebhardt (2022) on the significance of self-reflection in social work education.
The content-analytical search process yielded over 290 results for the keywords “biogra*”
and “*biogra*” across twelve inductively developed categories. The category "Biographical
Self-Reflection as a Teaching Content in Studies," which contains content relevant to the
research question, was assigned 90 codes. Within a total dataset of 65 module handbooks
comprising approximately 4,000 text pages, these findings are contextualized and
evaluated against the backdrop of the scientific discourse on the necessity of biographical
work in the academic training of social pedagogical professionals. A detailed presentation
of the results can be found in the codebook, the final appendix of this paper