Untersuchungen zu existentiellen Gefahren für die Menschheit sind bislang eine Seltenheit. Mit der vorliegenden Publikation wird der Versuch unternommen, grundlegende Konturen dieses Forschungsfelds zu umreißen. Zu diesem Zweck werden methodische Probleme der Auseinandersetzung mit existenzielle Gefahren diskutiert und die Perspektiven von Nachbardisziplinen erschlossen. Eine vorläufige Bestandsaufnahme umfasst 20 existenzielle Gefahren, darunter plötzlich eintretende Katastrophen und solche, die sich über Niedergangsspiralen realisieren, zudem eher spekulative und solche mit einer breiten empirischen Basis. Mit den Kriterien von Vermeidbarkeit, Schadensausmaß, Wahrscheinlichkeit und Ungewissheit wird ein Kriterienraster für die Bewertung der existenziellen Gefahren vorgeschlagen. Die Kriterien Vermeidbarkeit und Ungewissheit werden als zentral herausgearbeitet und in einer Umfrage mit einem ausgewählten Expertenkreis getestet. Als Ergebnis lassen sich fünf Typen von existenziellen Gefahren unterscheiden: Sie reichen von anthropogenen Gefahren mit großer bis mittlerer Vermeidbarkeit bei mittlerer bis hoher Ungewissheit, über ökologische existenzielle Gefahren und Geo-Gefahren bis zu zwei Typen von kosmischen Gefahren mit sehr geringer Vermeidbarkeit und – bei Typ II – hochgradig spekulativem Charakter. Da als normatives Gebot jegliche existentielle Gefahr für die Menschheit auszuschließen ist, verbietet sich eine rein probabilistische Herangehensweise. Eine Bewertung nach Dringlichkeit der existenzielle Gefahren ist notwendig, aber nicht ausreichend. Zu sämtlichen existenzielle Gefahren besteht erheblicher Forschungsbedarf und ebenso politischer Handlungsbedarf.Despite some international publications, existential threats to mankind are still underresearched. The present publication is aimed at sketching fundamentals for this new field of research. Therefore, main methodological challenges of existential threats research are discussed, and perspectives of adjacent disciplines on existential threats utilized. A preliminary stocktaking has resulted in 20 existential threats. The catalogue includes sudden catastrophes and processes of decline; rather speculative, hypothetical threats and existential threats with a strong empirical evidence. A set of criteria for the assessment of existential threats is proposed: severity of damage, avoidability, probability and uncertainty. Avoidability and uncertainty were tested in a survey with a selected group of experts. As main result, five types of existential threats were identified: anthropogenic existential threats with medium to large avoidability and medium to high uncertainty, ecological existential threats and earth-related existential threats, and two types of existential threats with cosmic origin, both with negligible avoidability, one type of highly speculative character. As a normative requirement, all existential threats are forbidden. Therefore, a purely probabilistic approach is inadequate. An assessment with respect to urgency is necessary, but not sufficient. For all existential threats exists a need for more research and also a need for more political awareness