thesis text

Therapiepräferenzen in der Adjuvanz des malignen Melanoms: eine qualitative Analyse

Abstract

Die adjuvante Behandlung des malignen Melanoms hat sich im letzten Jahrzehnt deutlich weiterentwickelt, insbesondere durch Immuncheckpointinhibitoren und zielgerichtete Substanzen. Sie erfolgt nach operativer Resektion und ist angezeigt, wenn eine Metastasierung nicht ausgeschlossen werden kann. Sie verlängert das Überleben und senkt das Rückfallrisiko, birgt jedoch potenziell schwere Nebenwirkungen. Daher ist eine sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken erforderlich, unter Einbezug medizinischer Faktoren und individueller Präferenzen. Voraussetzung dafür ist eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Kommunikation. Im Rahmen der GERMELATOX-Studie wurden Patientenpräferenzen zur adjuvanten Therapie qualitativ untersucht. Aufbauend auf einer quantitativen Befragung wurden 17 semistrukturierte Interviews geführt und nach Mayring ausgewertet. Die Ergebnisse lassen sich in vier thematische Cluster gliedern: Therapieform und -ablauf, Lebensgestaltung, Gefühle und Empfinden sowie methodisches Vorgehen. Die Erfolgsaussicht war der wichtigste Entscheidungsfaktor. Rezidivfreies Überleben wurde oft dem Gesamtüberleben gleichgesetzt. Es bestanden klare Präferenzen hinsichtlich oraler oder intravenöser Gabe. Mit zunehmenden Nebenwirkungen sank die empfundene Erträglichkeit, während Erwartungen an die Wirksamkeit stiegen. Ängste vor Organschäden oder Rückfällen prägten das Erleben stark. Der Wunsch nach Selbstbestimmung und hoher Lebensqualität war zentral. Ältere Patienten waren zurückhaltender, besonders bei geringer Erfolgserwartung. Frühere Erfahrungen mit Krebstherapien beeinflussten die Einstellung ebenfalls. Die Ergebnisse zeigen eine hohe, aber abwägende Therapiebereitschaft. Die Einbindung individueller Präferenzen ist entscheidend für eine passende, vertrauensvolle Therapieentscheidung

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