Zusammenfassung
Hintergrund
Die fiberendoskopische Schluckuntersuchung („fiberoptic endoscopic evaluation of swallowing“, FEES) gilt als ein unverzichtbares instrumentelles Verfahren im Management schluckgestörter Patienten. Das eingeführte Ausbildungscurriculum hat das Ziel, die Qualitätsstandards zu erhöhen und zu einer Aufwertung des Verfahrens beizutragen.
Fragestellung
Die Studie untersucht, inwieweit eine standardisierte Durchführung, Auswertung und Dokumentation der FEES in Deutschland nach Einführung des Curriculums stattfindet.
Material und Methoden
Insgesamt 603 neurologische und geriatrische Kliniken in Deutschland wurden mithilfe eines Onlinefragebogens bezüglich struktureller Merkmale und deren Ablauf der Untersuchung befragt.
Ergebnisse
Insgesamt 190 Institutionen führten die Befragung vollständig durch. 43,31 % der Institutionen haben erst seit der Publikation des Curriculums die FEES implementiert. Die praktische Anwendung findet vermehrt durch Mediziner statt (59 %), das Schreiben des Befundes und die Kostempfehlung durch Logopäden (62 % und 83 %). Mit erhöhtem Ausbildungsgrad steigt die praktische Anwendung durch Logopäden. Die Durchführung weist trotz der Orientierung am Standardprotokoll nach Langmore besonders in Bezug auf die Durchführung der anatomisch-physiologischen Untersuchung, die verabreichten Konsistenzen und Nahrungsmittel und das Scoring schluckrelevanter Parameter Unterschiedlichkeiten auf.
Diskussion
Die Einführung des Curriculums hat zur Aufwertung der FEES und zu einer Stärkung der Logopädie als durchführende Berufsgruppe geführt. Zum jetzigen Stand liegt ein in wesentlichen Aspekten homogener Ablauf der Untersuchung vor, der jedoch Bedarf nach weiterer Vereinheitlichung zeigt. Das FEES-Curriculum könnte als Steuerungsinstrument zur weiteren Standardisierung verwendet werden.
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