Wissenschaftliche Einrichtungen. WZB Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Abstract
This paper considers two common assumptions that often arise in the empirical
literature on xenophobia—namely that xenophobic attitudes are found mostly
among the poorly educated, and that xenophbia mainly concerns immigrants
from low social classes and from geographically and culturally disparate nations.
These arguments will be discussed in the context of the migration of high-skilled
Germans to Switzerland, a phenomenon that has increased markedly in the last
few years, leading to major controversies. A survey conducted in the city of Zurich
has shown that Germans are considered less likable than other Western
Europeans. Over the course of my analyses, two arguments are tested. First, I
consider whether the boundaries between culturally similar groups are actually
less fragile than those occurring between more dissimilar groups. Following this
line of reasoning, we consider whether Swiss-Germans’ popularly evoked “inferiority
complex” towards Germans might lead Swiss-Germans to perceive German
immigration as a cultural threat. Second, I consider whether well-educated people
in high positions may feel threatened by new arrivals who are similarly welleducated.
This rationale corresponds to the classic argument that working class
people are xenophobic out of a fear that immigrants will take their jobs. Ultimately,
this study finds empirical support for both arguments.Das Paper hinterfragt zwei in der Forschungsliteratur zu Fremdenfeindlichkeit
gängige Annahmen und Befunde, die besagen, dass fremdenfeindliche Einstellungen
vor allem unter gering gebildeten Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft
zu finden seien und sich in der Regel gegen Migranten aus unteren sozialen
Schichten und aus geographisch wie kulturell fernen Ländern richten würden.
Überprüft werden diese Annahmen im Kontext der deutschen Einwan-derung in
die Schweiz, die in den letzten Jahren stark angestiegen ist und spür-bare Kontroversen
ausgelöst hat. Eine in der Stadt Zürich durchgeführte Umfrage hat ergeben,
dass Deutsche im Vergleich zu anderen Westeuropäern als weniger
sympathisch angesehen werden. Zwei Argumentationen werden untersucht: Zum
einen wird die Hypothese überprüft, dass Grenzen zwischen Gruppen, die sich
kulturell sehr nahe stehen, nicht notwendigerweise leichter zu überwinden sein
müssen. Der mitunter angeführte Minderwertigkeitskomplex der Deutsch-
Schweizer gegenüber Deutschen könnte dazu führen, dass die deutsche Einwanderung
als kulturelle Bedrohung empfunden wird. Zum anderen ist es auch
möglich, dass sich Bessergebildete in höheren beruflichen Positionen durch vergleichbar
gut gebildete Zuwanderer durchaus bedroht fühlen. Diese Hypothese
entspricht dem klassischen Argument, dass Angehörige der Arbeiterklasse deswegen
fremdenfeindlich sind, weil sie befürchten, ihre Jobs an Immigranten zu
verlieren. Beide Hypothesen werden in dieser Studie empirisch belegt