Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften (GGK), International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC)
Doi
Abstract
Mit der Essay-Sammlung Duress: Imperial Durabilities in our Times trägt Ann Stoler zur Konzeptarbeit über die andauernden und ständig wandelnden Beziehungen zwischen kolonialer Vergangenheit und heutiger politischer Realität bei. Mit einer breiten geographischen sowie thematischen Spanne untersucht Stoler den Effekt akademischer und politischer Konzeptualisierung von imperialer Geschichte auf die Kontrolle der Parameter mit denen wir die heutige Welt verstehen und wie sich, als direkte Konsequenz, imperiale Strukturen und Beziehungen wandeln. In ihrer Analyse schlägt Stoler neue Herangehensweisen vor, um das koloniale Innereien (colonial entrails) sichtbar zu machen. Diese orientieren sich an drei Hauptinteressen: 1) Der Einfluss von Konzepten auf die Schaffung, Reflektion und Erhaltung von Ungleichheit. 2) Die Schwierigkeit der historischen Arbeit mit kolonialer Geschichte, welche eng mit der heutigen geopolitischen Lage verflochten ist. 3) Das bewusste Verlernen (unlearning) kolonialer Regierungsführung und das kritische Befassen mit Missverständnissen. Als Ergänzung zur üblichen historischen und politischen Analyse bietet Duress den Lesenden methodisches Handwerk zur Verdeutlichung imperiale Beziehungen.In Duress: Imperial Durabilities in our Times Ann Stoler offers a collection of essays contributing to the concept-work on the enduring and shapeshifting relations of a colonial past in the political present. With a grand geographical span and a wide topical scope, Stoler’s focus is on how academic and political conceptualizations of colonial history control the parameters with which we understand the world today and how, as a result, imperial structures and relations change. In her analysis, she offers new tools to make “colonial entrails” (p. 4) visible, guided by three main interests: 1) How concepts produce, reflect and maintain inequity 2) The difficulties of writing colonial histories that are entangled in the geo-political present and 3) “Unlearning” about colonial governance and critically engaging with misunderstandings. Duress provides the reader with methodological devices to clarify imperial relations in addition to original historical and political analysis