ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Doi
Abstract
Die vorliegende Evaluationsstudie untersucht die Wirksamkeit des Förderprogramms CHANCE KSR an der Kantonsschule Reussbühl (KSR) in Luzern. Ziel des Programms ist es, Schülerinnen und Schüler aus sozioökonomisch benachteiligten Familien gezielt zu fördern und so die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Jugendlichen den Verbleib an der Kantonsschule schaffen und die Maturität erreichen. Damit reagiert das Programm auf die langjährige Beobachtung, dass Schülerinnen und Schüler aus sozioökonomisch benachteiligten Familien an der KSR überdurchschnittlich häufig scheitern, auch wenn sie das zur Erlangung der Maturität erforderliche intellektuelle Leistungspotenzial eigentlich mitbrächten. Diese Beobachtungen stehen im Einklang mit wissenschaftlichen Studien, die deutlich aufzeigen, dass sozioökonomische Nachteile der Herkunftsfamilie die Bildungschancen von Jugendlichen beeinträchtigen können. Das Förderprogramm besteht aus mehreren Elementen, die diese Benachteiligung kompensieren sollen. Kernstück ist ein Coaching, das von Lehrpersonen der KSR angeboten wird und teils im Einzelsetting, teils in Gruppen durchgeführt wird. Weitere Elemente sind Angebote zur Förderung der Deutschkompetenz, betreutes Lernen, Nachhilfe durch angehende Maturandinnen und Maturanden in einzelnen Fächern oder ein Tutorium zur Begleitung der Maturaarbeit. Der Eintritt ins Programm kann in der Unterstufe oder in der Oberstufe erfolgen. Vorgesehen ist, dass Schülerinnen und Schüler aus dem Programm austreten, wenn sie die angebotene Förderung aufgrund einer positiven Leistungsentwicklung nicht mehr benötigen