In der italienischen Provinz Trento/Trient (Provinz der nordöstlichen Region Trentino/Südtirol) nahm die deutsche
Sprache immer einen traditionell vorwiegenden Stellenwert im Vergleich zu anderen Fremdsprachen, wie Englisch, Spanisch
und Französisch, aufgrund ihrer relevanten Rolle als Nachbarsprache ein. Dafür spricht nicht nur eine konsolidierte historische
und kulturelle Tradition, sondern auch die Wirtschaftskraft der deutschsprachigen Länder, die die ersten Partner der Provinz in
Handel und Tourismus waren und sind. Trotzdem wird die Zahl der Studierenden, die im universitären Bereich Deutsch als
Fremdsprache für ihre Ausbildung wählen, immer geringer. Der Grund liegt nicht nur in sprachlich-kulturellen Stereotypen
oder in der sprachlichen Modetendenz (die für Spanisch spricht) und auch nicht immer in der Dominanz des Englischen als
lingua franca, sondern leider ebenso in den mangelnden Deutschkompetenzen, die wiederum die Motivation der Lernenden
allmählich aber dramatisch verringern, bis sie sich schließlich nach vielen Jahren von dem Deutschstudium befreien wollen und
sich hoffnungsvoll anderen Fremdsprachen widmen.
Der Beitrag stellt nun eine Bestandsaufnahme der Deutschkompetenzen der Trentiner Studierenden mittels Ergebnissen einer
Untersuchung dar, die 400 Studenten und Studentinnen involviert hat. Letztere offenbaren eine kritische Situation: Fast die
Hälfte der Studierenden sind nach 8 bis 13 Jahren Deutschunterricht nicht in der Lage, eine Prüfung auf dem B1 Niveau des
GERR zu bestehen