Vorliegende Ausgabe der ZIF ist die zweite zum Themenschwerpunkt „Studienvorbereitender und studienbegleitender Deutschunterricht international“. Die erste erschien im vorigen Jahr an selber Stelle (Ylönen 2015a). Eine dritte Publikation, die im Zusammenhang mit dem Call for Papers zu diesem Thema entstand, ist die unter dem Titel
„Studium der Germanistik und des Deutschen als Fremdsprache in nichtdeutschsprachigen Ländern“ erschienene
Ausgabe der Zeitschrift German as a Foreign Language (GFL) (Ylönen 2015b). Dass infolge des Aufrufs zum
Einreichen von Beiträgen zu diesem Themenschwerpunkt insgesamt drei Ausgaben in zwei Zeitschriften erschienen,
hat zwei Gründe: Zum einen machte es die Flut der eingereichten Beiträge nicht möglich, sie in einer Ausgabe zu
veröffentlichen, zum anderen wurden Artikel in denen es um die Zielgruppe von Studierenden des Deutschen als
Haupt- oder Nebenfach ging, in der GFL publiziert, weil ich zunächst von einer Definition studienvorbereitenden
und studienbegleitenden Deutschunterrichts ausgegangen war, die diese Zielgruppe ausschloss (vgl. Ylönen 2015c:
2). Diese Definition musste inzwischen revidiert werden, da die Deutschkenntnisse der StudienanfängerInnen von
Deutsch im Haupt- oder Nebenfach im Ausland heutzutage vielfach eher niedrig sind, weshalb studienvorbereitender und studienbegleitender Deutschunterricht auch für diese Gruppe mittlerweile fester Bestandteil eines Studiums
im nichtdeutschsprachigen Ausland ist (vgl. Ylönen 2015d: 1). Die Grenzen zwischen universitärem Deutschunterricht für Nichtphilologen und einem Studium der Germanistik oder des Deutschen als Fremdsprache verschwimmen
außerhalb des deutschsprachigen Raums aber auch aus einem anderen Grund zumindest teilweise: Auch für Studierende des Deutschen im Haupt- oder Nebenfach wird zunehmend eine pragmatischere, auf berufliche Handlungskompetenz ausgerichtete Orientierung angestrebt oder bereits praktiziert (vgl. Lindemann 2015, Reuter 2005: 391-
392), wobei neben den traditionellen Berufen wie DeutschlehrInnen, ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen auch
andere Berufsfelder in den Blick genommen werden, die eine „wirtschaftliche Verwertbarkeit von Fremdsprachenkenntnissen“ (Fandrych, Hufeisen, Krumm & Riemer 2010: 10) garantieren