Abstract: Im Mittelpunkt dieses Artikels stehen Vergleichsanalysen von Kupferperlen der Cortaillod-Kultur sowie einleitend das Depot von Seeberg Burgäschisee-Süd. Dieses Depot war für eine lange Zeit ein isolierter Fundkomplex, sodass vonseiten der Forschung Thesen zu dessen metrologischer Struktur als wenig überzeugend angesehen wurden. 2008 jedoch kam es zu einem Durchbruch für die Forschung, konnte doch in Colmar in einem äneolithischen Grab eine für die Cortaillod-Kultur charakteristische Perlenkette geborgen werden, deren Platzierung in der Bestattung eine Bewertung der Stellung und Bedeutung jener Perlen während des Äneolithikums erlaubte. Für die hier vorgelegten Analysen sind diese Perlen von großer Bedeutung, vergleichbar etwa mit dem "Stein von Rosette" für die Entzifferung der Hieroglyphen, tragen sie doch dazu bei, die archaischen und wenig abstrakten Methoden mathematischen Denkens und verwendeter Zahlbegriffe zu verstehen und beides mit dem damals neuen Ansatz der Metallurgie zu verknüpfe